*Pardon, acharnierte, geschichtsklitternde Pseudo-Antirassisten: die folgende Geschichte spielte sich im 19. Jahrhundert ab, als Neger noch Neger waren.
Das Lied Zehn kleine Negerlein geht auf das amerikanische Lied Ten Little Injuns von Septimus Winner (1827–1902) aus dem Jahr 1868 zurück. Das Wort Injuns ist eine Verballhornung des englischen Worts Indians für Indianer, von denen das Lied ursprünglich handelte. Zehn kleine Negerlein ist ein Lied in Form eines Zählreims, das in seinen zahlreichen Varianten in der Regel zehn Strophen enthält, in denen jeweils ein „Negerlein“ stirbt oder verschwindet.
Die deutsche Version weicht beträchtlich von der englischen Originalausgabe ab:
Erste deutsche Version von F. H. Benary (1885)
Zehn kleine Negerknaben schlachteten ein Schwein;
Einer stach sich selber tot, da blieben nur noch neun.
Neun kleine Negerknaben, die gingen auf die Jagd;
Einer schoss den andern tot, da waren’s nur noch acht.
Acht kleine Negerknaben, die gingen und stahlen Rüben;
Den einen schlug der Bauer tot, da blieben nur noch sieben.
Sieben kleine Negerknaben begegnen einer Hex’;
Einen zaubert sie gleich weg, da blieben nur noch sechs.
Sechs kleine Negerknaben gehn ohne Schuh und Strümpf;
Einer erkältet sich zu Tod, da blieben nur noch fünf.
Fünf kleine Negerknaben, die tranken bayrisch’ Bier;
Der eine trank, bis dass er barst, da waren’s nur noch vier.
Vier kleine Negerknaben, die kochten einen Brei;
Der eine fiel zum Kessel rein, da blieben nur noch drei.
Drei kleine Negerknaben spazierten am Bau vorbei;
Ein Stein fiel einem auf den Kopf – da blieben nur noch zwei.
Zwei kleine Negerknaben, die wuschen am Nil sich reine;
Den einen frass ein Krokodil – da blieb nur noch der eine.
Ein kleiner Negerknabe nahm sich ’ne Mama;
Zehn kleine Negerknaben sind bald wieder da.
Version von Frank Green 1869
Ten little Niggers going out to dine,
One choked his little self and then there were nine.
Nine little Niggers staying up too late,
One overslept himself and then there were eight.
One little, two little, three little, four little, five little Niggers,
Six little, seven little, eight little, nine little, ten little Niggers.
Eight little Niggers going into Devon.
One said he’d stay here and then there were seven.
Seven little Niggers chopping up sticks,
One chopped himself in half and then there were six.
Six little Niggers playing round a hive,
One bumble-bee stung one and then there were five.
Five little Niggers going in for law,
One got in Chancery and then there were four.
Four little Niggers going out to sea,
A red herring swallowed one and then there were three.
Three little Niggers visiting the Zoo,
A big bear hugged one and then there were two.
Two little Niggers playing in the sun,
One got shrivelled up and then there was one.
One little Nigger living all alone,
He got married and then there were none.
Warum das Lied der zehn kleinen Indianer in „zehn kleine Negerlein“ umgeschrieben wurden, ist ungewiss. Ungewiss ist auch, dass die deutsche Version wesentlich rassistischer ist als die englische. Die Negerlein werden als dumm, tolpatschig und unbedarft beschrieben.
Liesse man der Fantasie freien Lauf, würde man die zehn kleinen Negerlein in afrikanische Flüchtlinge umwandeln. Der erste kam beim Durchqueren der Wüste wegen der Hitze ums Leben. Das zweite ertrank bei der Überfahrt im Meer. Das dritte wurde beim Betreten des Asyllandes zu Tode getrampelt. Das vierte erfror in der Kälte Europas. Das fünfte widersetzte sich den asylsuchenden afghanischen Drogenhändlern und wurde von ihnen ermordert. Das sechste stürzte sich bei der Befragung durch die Asylbehörde aus dem fünften Stock. Das siebte verbrannte bei einem Feuer, das er im Innern einer Wohnung entfachte. Das achte stahl einem Asylheimmitbewohner eine Rolex-Uhr und wurde verhaftet. Das neunte, von der strapaziösen Wanderung völlig erschöpft, verliess die Erde im Liebesrausch. Das zehnte, ja das zehnte integrierte sich völlig in der Schweiz, entpuppte sich als rechthaberischer Spiesser, arbeitete – trotz eines Universitätabschlusses – auf dem Bau, heiratete ein Schweizer Mädchen vom Land, das ihm neun Kinder schenkte.Und wenn er nicht … eben.
Fazit: Schicksal, im falschen Land geboren worden zu sein..
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