16. Juli 2020 Doris Schöni 0Comment

Über manchen europäischen Ländern, darunter vor allem Deutschland, und den USA hängt das Damoklesschwert Rechtsextremismus an einem seidenen Faden. Die Nazis sind im Kommen. Es ist ihnen wieder erlaubt zu demonstrieren, sich zu versammeln und Hassreden in hitlerscher Art zu halten. Sie marschieren durch die Städte und Agglomerationen mit Hakenkreuz-Fahnen und schreien ungeahndet: „Wer Deutschland liebt ist Antisemit“. Die Politiker geben sich beschämt und versprechen, das braune Ungeheuer zu stoppen, aber nichts geschieht.

Wenn man bedenkt, dass es in Deutschland während des Dritten Reichs etwa 100’000 Täter gab, von denen lediglich einige Tausend verurteilt wurden, kann man sich vorstellen, dass die unbestraften Täter ihren ehemaligen Beruf wieder aufnahmen und ein völlig gutbürgerliches Leben führten, indem sie ihre Verbrechen bagatellisierten. Jene, die noch immer dem Nationalsozialismus verpflichtet waren und Hitler für einen Helden hielten, traten während Jahrzehnten nicht an die Öffentlichkeit. In den letzten paar Jahren ereignete sich – warum? – eine Enttabuisierung der Nazizeit, die nun wieder salonfähig wurde. Diese Wendung beflügelte die Neonazis, die mehr und mehr gewalttätig werden, Juden verprügeln, Synagogen und jüdische Friedhöfe schänden, die altbekannten Vorurteile schüren, marschieren, marschieren und brüllen. Warum brüllen sie eigentlich immer so?

Harry Schnabel wurde im Juni 2017 in das Präsidium des jüdischen Zentralrats in Deutschland gewählt. Er ist überzeugt: „Wer seine Geschichte nicht aufarbeitet, wiederholt sie“. Düstere Aussichten … .

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