Im Coop Muri singt eine lyrische Frauenstimme während des ganzen Tages „Heilige Nacht“. Im TV SRG herrscht seit Wochen der Weihnachtskommerz, begüterten Menschen werden Fernseher von über tausend Franken angepriesen.
Verkaufen, verkaufen, verkaufen. Nur so viel als möglich verkaufen. Die Adventszeit wurde von Verkäufern gekapert. In den Läden glitzert und glimmert es, Vorboten von Weihnachten gleich Verkauf. Auf der anderen Seite haben viele Familien und Freunde einvernehmlich beschlossen, sich nicht mehr gegenseitig zu beschenken und wenn doch, lediglich mit Kleinigkeiten. Wer soll eigentlich den ganzen Kram kaufen? Gibt es überhaupt noch Abnehmer all dieser Waren?
Vielleicht freuen sich einige Menschen über solch einen Überfluss. Andere jedoch haben Weihnachten satt, bevor sie stattgefunden hat. Man wünscht sich „besinnliche“ Weihnachten. Doch was bedeutet „besinnlich“? Was versteht man darunter? Google antwortet: „Heute rückt der Wunsch nach Reduktion immer mehr in den Vordergrund. Sich besinnen, auf das, was dich wirklich glücklich macht, ruhig und entspannt über die wichtigen Dinge nachdenken bedeutet ankommen, ankommen bei sich selbst und nicht zuletzt ankommen im Hier und Jetzt“. Ankoen bei sich. Aha. Ist der heutige Mensch fähig, bei „sich“ anzukommen? Bei sich anzukommen ist ebenso sibyllínisch wie „seine Mitte finden“. Sind das nicht einfach Verbrämungen für das Übel Profitstreben?
Im Coop Muri singt eine lyrische Frauenstimme noch immmer oder immer wieder „Stille Nacht“. Bei SRG feiern alle zusammen – zusammen mit dem Geist – Weihnachten. Eine heile Kinderwelt wird vorgegaukelt. Man hat Weihnachten zu lieben.
Dumme Frage: wie feiert wohl Greta Weihnachten?