Das Einzige, was mich im Augenblick noch einigermassen im Gleichgewicht hält, ist das Schreiben. Neben meinen tatsächlichen Krücken dient es mir als zusätzliche Krücke. Eine Krücke für Inneres.
Wenn ich weder E-Mails noch Artikel und auch keine Blogs zu schreiben habe, bin ich am Verzweifeln. Ich muss dann irgend etwas in den Laptop tippen. Dabei denke ich an Françoise, die Schriftstellerin par excellence, sie hat mich immer ermuntert zu schreiben, obwohl unsere Geschichten in einem einen völlig verschiedenen Stil geschrieben waren und überhaupt nicht dieselben Themen behandelten. Sie fertige in ihren Romanen „Broderies“ an, dozierte ein Literaturprofessor bei der Beurteilung ihres Werks.
Dann eben schreibe ich irgend etwas, aber sicher keine „broderies“. Schreiben für Schreiben. Themen türmen sich. Über die meisten kann ich aber nicht schreiben. Können schon, aber nicht dürfen. Ich habe ja wirklich keinen Verfolgungswahn und fühle mich auch nicht von diffusen Unheimlichen bedroht. Wer aber weiss wirklich, ob nicht wieder ein neuer Cincera sein Unwesen treibt und eifrig Daten sammelt für den Tag X?
Endlich kann ich lesen, tagelang. Doch dann wird mir kribbelig. Wenn Freunde da sind, setze ich mich zu ihnen und blödele. Wenn nicht, treibt es mich die Treppe hinauf an den Laptop. Schreiben.
Sonst bleibt nichts mehr.