„Nutzer, denen Doris Schöni Muri gefällt, haben lange nichts von dir gehört,“ lautet die Mitteilung auf Facebook. Gut. Also frage ich Sie, wie Sie zum Weihnachtsrummel stehen. Seit Mitte Oktober wird man mit Weihnachten bombardiert. Es geht dabei vorwiegend um Kommerz. Ob es sich um exklusive Lebensmittel oder um wärmende Cashmere-Pullover handelt, spielt dabei keine Rolle. Es muss gekauft, gekauft und gekauft werden. Das wäre eigentlich egal, wenn nicht alles so festlich verbrämt würde. Wenn nicht alle Angebote derart heuchlerisch dargestellt würden. Sterne, Kerzen, Engelshaar, Kügelchen und Kugeln, Samichläuse, Putten, Tannenbäume und unausweichlich das Fondue Chinoise mit dem obligaten Prosecco.
Weihnachten hierzulande ist eine triste Angelegenheit. Die Menschen sind bedrückt, obwohl sie der Legende nach jubeln müssten. Aber ausser den Betrunkenen jubelt keiner. Man summt die ausgeleierten Weihnachtslieder mit und nun eine wahre Weihnachtsgeschichte, nämlich jene eines kleinen Knaben, der an der Weihnachtsfeier in der katholischen Kirche lauthals „Happy Birthday“ schmetterte, worauf ihn seine Grossmutter panisch aus der Kirche zerrte und ihm androhte, seine Weihnachtsgeschenke armen Kindern zu geben.
Man isst und trinkt zuviel, kann den Kerzengeruch kaum mehr ertragen und wühlt sich durch ein Chaos von farbigen Bändern, kitschigen Einwickelpapieren und zertretenen Mailänderlis. Und am liebsten würde man unter Palmen sitzen mit einem beschlagenem Glas Gin Tonic in Reichweite und Weihnachten damit herunterspülen. Oder etwa nicht?