Auf irgendeinem deutschen Sender wurde Rückschau auf die späten 60er Jahre gehalten. Dabei kamen auch damals bekannte Filmschauspieler- und spielerinnen, Schlagersänger- und sängerinnen, Fernsehreporter-und reporterinnen, Sportler- und sportlerinnen, etc. vor. Arttraktive, junge Menschen. 60 Jahre später: Verlebt, verrunzelt, gedunsen, hässlich. Da hat die Natur, oder Gott, oder die Evolution schlecht gearbeitet. Die Unbillen des Alters sind schon reichlich unangenehm, aber die Hässlichkeit ist noch das Pünktchen auf dem I. Dass dabei die Selbstsicherheit verloren geht, ist zwingend.
Als jung kommt man nicht auf die Idee, dass ein solches Desaster eintreffen wird. Betrachten Sie Brigitte Bardot heute. Ihr ehemals schönes Gesicht ist zerklüftet und unansehnlich. Auf Französisch würde man sagen: „Elle fait peur aux oiseaux“. Menschen, die sich boostern, botoxen, Fett ab-. und ansaugen lassen, gesund essen, weder rauchen noch Alkohol trinken, täglich joggen und jede Nacht acht Stunden schlafen, ergeht es nicht besser. Das Alter übermannt auch sie. Das einzig Tröstliche ist, dass es alle Geschlecher ereilt. „Das Bildnis des Dorian Gray (von Oscar Wilde) ist ja schliesslich eine Fiktion des Ästhetizismus.
Bevor die Hässlichkeit definitiv wird, sollte der Mensch abhauen, fliehen, sich verflüchtigen. Ich erinnere mich einer Grossmutter, deren Augenapfel nicht ausgefüllt war. Als Kind fürchtete ich mich davor. Ich wusste glücklicherweise noch nicht, dass das Alter derart brutal zuschlägt. Sonst hätte ich mich schon damals weggeschlichen. Die viel gepriesene, so genannte „innere“ Schönheit ist nichts als eine Augenwischerei.