Nach Medienberichten sind fünfzig Prozent der Schweizer Bevölkerung Impfgegner. Was besagt, dass sie sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollen. Die Frage stellt sich: Sind diese Menschen lebensmüde, masochistisch oder glauben sie an irgend eine mysteriöse Unverletzlichkeit?
Ja, es gibt Leute, die arztmüde sind. Vor allem sind sie medikamentenmüde. Die Differenz zwischen Selbstkosten und Verkaufspreis ärgert sie. Die Gewinne der chemischen Industrie finden sie exorbitant. Also gehen sie zurück zu den Wurzeln. Ötzi, der Mann aus dem Eis, ist eine etwa 5300 Jahre alte Gletschermumie aus der späten Jungsteinzeit, der keine chemischen Produkte kannte. Ötzis Alter wird auf 45–46 Jahre geschätzt. Der Rumpf weist einen Bandscheibenverschleiss der Lendenwirbelsäule und eine durch einen Pfeilschuss in die linke Schulter verursachte Verletzung auf. Die Zähne sind stark abgenutzt, was – wie bei vielen anderen neolithischen Befunden auch – auf den Verzehr von Getreide mit den darin enthaltenen Partikeln von Mahlsteinen zurückzuführen ist. Im Jahr 2011 wurden verschiedene Zahnerkrankungen wie Karies und leichte Parodontose diagnostiziert. Auffallend ist die Zahnlücke zwischen den beiden oberen mittleren Schneidezähnen. Eine weitere Studie ergab unter anderem Hinweise auf einen unfallbedingt abgestorbenen Frontzahn und auf eine fortgeschrittene Parodontitis. .Ein Zusammenhang zwischen der Parodontitis und einer bereits früher gefundenen Arterienverkalkung wird diskutiert. Drei beschriebene Gallensteine deuten auf einen erhöhten Cholesterinspiegel des Gletschermannes, was in Verbindung mit der bereits vor Jahren diagnostizierten Arteriosklerose zu einer neuen Interpretation seiner Ernährung führt. Während der starke Zahnabrieb noch als Beleg für eine überwiegend vegetarische Ernährung aufgefasst wurde, wird jetzt Fleisch als wesentliche Nahrungsquelle angenommen. Der Nachweis des Bakteriums Helicobacter pylori im Magen der Mumie weist auf akute Magenbeschwerden hin.
In der heutigen Zeit hätte man Ötzi mit Impfungen und Medikamenten am Leben erhalten können. Ungeachtet dessen pflücken die Impf- und Medikamentengegner Pflanzen und Pflänzchen, um einer Erkrankung den Garaus zu machen. Die einen überleben, die anderen nicht. Wenn Personen aus Risikogruppen und Pflegepersonal aus Spitälern sich weigern, gegen Corona geimpft zu werden, so sind sie nicht nur verantwortungslos gegenüber anderen Menschen, sie sind auch verantwortungslos sich gegenüber. Die Mär von der krankmachenden Impfung hat sich in vielen Köpfen festgekrallt, und zwar bar jeder medizinischen Erkenntnis.
Offenbar fürchten sich auch viele Menschen vor der Covid-19-Impfung, da sie nach deren Meinung nicht lange genug getestet worden sei. Auch wenn sie noch nicht ausgeklügelt sein sollte, so gewährt sie bestimmt einen besseren Schutz vor einer Ansteckung als keine Impfung. Ob die Gegner der Impfung(en) sich ihrer Freiheit beraubt fühlen, wenn die Korona-Impfung obligatorisch würde? Freiheit, die sie für sich beanspruchen. .