24. September 2022 Doris Schöni 0Comment

Im letzten Newsletter von seniorenweb.ch schildert der 76-jährige Kolumnist Peter Steiger seine Zurückhaltung, den Führersachein (für immer) abzugeben.

Seniorenweb hat voriges Jahr eine Umfrage zum Thema „Rückgabe des Führerscheins“ lanciert. Die meisten der nicht sehr betagten (von 70 an aufwärts) Frauen und Männer beurteilten ihren Entschid zur freiwillligen Abgabe des Führerscheins positiv.

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er mit zunehmendem Alter vorsichtiger wird und keine Lust mehr zum Rasen hat. Ganz im Gegenteil: manche Senioren werden enervierend langsam; sie drehen den Kopf nach Links und Rechts, zwei-, dreimal, bevor sie dem Grun an der Ampel folgen. Es sind indes nicht die Senioren, denen der Führerschein wegen zu schnellem Fahren aberkannt wird, andererseits können sie aber mit ihrem verzögerten Fahren Unfälle provozieren.

Die verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung findet vom 75. Altersjahr an alle zwei Jahre statt. Warum diese Kontrolle medizinisch ist und die Fahrtauglichkeit nicht geprüft wird. ist nicht verständlich. Die Sicht eines älteren Menschen kann vorzüglich sein trotz seines miserablen Fahrstils.

Im Grunde genommen ist es paradox, ältere Menschen zum oftmals langem Gehen zu einer ÖV-Haltestelle zu zwingen, um sie im überfüllten Tram oder Bus zum Arzt etc. zu befördern. Zudem zu einem Preis, mit dem sie getrost die Parkhausgebühr hätten bezahlen können. An die Lasten, welche die Senioren schleppen müssen, haben die jüngeren Kontrollfreaks natürlich nicht gedacht. Und noch immer entbehren etliche ältere Menschen Computerkenntnisse und sind deshalb nicht in der Lage, Produkte online zu bestellen. Ohne Führerschein verkümmern die Senioren oder fallen Verwandten und Bekannten zur Last. Noch schlimmer: sie resignieren und entscheiden sich für eine Alterseinrichtung … .

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