Ein lehrreicher Krimi. Eine korrupte Firma, das heisst, seine obersten Chefs, lassen einen Kollegen für ihre kriminellen Machenschaften verurteilen und für drei Jahre eine Gefängnisstrafe absitzen. Der Mann kehrt nach der Verbüssung zurück und fordert sehr viel Geld als „Wiedergutmachung“. Die Chefs lachen ihn aus und werfen ihn aus der Firma. Der Mann geht zum Verwaltungsratspräsident mit derselben Forderung. Dieser lehnt sie kategorisch ab und lässt ihn abführen. Zwischen Verzweiflung und ohnmächtiger Wut denkt der Mann an Rache. Zufällig trifft er seine Frau, die ihm eröffnet, einen anderen Mann zu lieben.
Eine wichtige Frau aus der Firma wird tot aufgefunden. Der Rechtsmediziner ist sich nicht sicher, ob die Frau ermordet worden oder verunfallt ist. Die obersten Chefs bezichtigen den Mann als Mörder, diesen Verdacht äussern sie gegenüber der Polizei. Nun wird der Mann polizeilich gesucht.
Nach der Abfuhr durch seine Frau erzwingt der Mann eine Begegnung mit seinem Sohn. Dieser wehrt ihn ab, er will nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Der Mann beginnt, Bomben zu bauen, die er in einem dichten Wald zur Explosion bringt. Später fliegt einer der Chefs derselben Firma im Auto in die Luft und wird verletzt. Ausser sich vor Frust, Enttäuschung, Wut und Mordlust verfolgt der Mann die beiden obersten Chefs. Er wird von einem von seinen Chefs gedungenen Mörder – das vernimmt er aber viel später – überfallen und zusammengeschlagen, entkommt jedoch. Der Mann stellt sich der Polizei und erzählt den beiden Ermittlern die Geschichte seiner Opferrolle. Sie glauben ihm und beginnen zu recherchieren. Kurz: Die beiden korrupten Chefs werden verhaftet und vor Gericht gestellt.
Das Verwirrende in diesem Krimi war die Ungewissheit, ob der Mann in seinem unmenschlichen Zorn die Frau ermordet und einen seiner obersten Chefs in die Luft gejagt hatte. Als Zuschauer erschien einem diese Reaktion als völlig verständlich. Drei Jahre hatte der Mann unschuldig im Gefängnis gesessen, jene, die ihn ins Gefängnis gebracht hatten, lachten ihn aus, seine Frau wollte ihn verlassen und sein Sohn nichts mehr mit ihm zu tun haben. Wäre seine „Wiedergutmachung“ bezahlt worden und hätten die beiden obersten Chefs ihre Machenschaften zugegeben, wäre seine Frau ihm treu geblieben und und hätte ihn sein Sohn in die Arme geschlossen, wäre nichts passiert.
Ursache und Wirkung: Durch das Verhalten der Chefs, seiner Frau und seines Sohnes stauten sich im Mann derartige Aggressionen, dass er ohne Skrupel hätte morden können. Gegen solch eine kompakte Mauer zu prallen, nachdem der Mann unschuldig zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden war, ist unerträglich. Die psychische Gewalt verursachte physische Reaktionen, die der Mann aber überwand, indem er sich an die Polizei wandte. Die Wut hätte stärker als seine Vernunft sein können. Ohnmacht schreit nach Allmacht. Und Allmacht bewirkt Ohnmacht. So ist dieser Teuelskreis.