Ein Thema, das mich aus der Ruhe bringt und das mich immer wieder zum Reden und vor allem Schreiben zwingt, ist die wachsende Zahl von Rechtsextremisten in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern sowie in den USA. Beängstigend sind auch die Bagatellisierung und Schönmacherei der bestens vernetzten Alt- und Neonazis, die vom dritten Weltkrieg, von einer Weltherrschaft und einem autoritären Regime träumen.
„Sieg-Heil, Sieg-Heil“ brüllen Männer mit wutverzerrten Gesichtern. die Arme zum Hitlergruss erhoben. Häufig treffen sich die verschiedensten rechtsextremen Gruppen (zum Beispiel „Blut und Ehre“, „Division 28“, „Combat 18“, „Arische Bruderschaft“ und viele mehr) in Städten, organisieren Familienanlässe oder Demonstrationen, zetteln Schlägereien an und skandieren „Wir sind das Volk“. Das wirkliche Volk wendet sich leicht geniert ab und geht seines Weges, niemand schreitet ein und auch die Polizei hält sich im Hintergrund. Fast unbemerkt wird ein Fotograf von einem extrem tätowierten Mann mit „Du Judensau“ beschimpft.
Nach etwas mehr als siebzig Jahren ist man also wieder dort, wo man nie mehr sein wollte. Nämlich beim Ruf um rechtsradikale Gesinnung und Führung. Warum wird so wenig dagegen unternommen? Ist der Mensch per se rechtsextrem?