21. September 2021 Doris Schöni 1Comment

wie einige Leser Blogs beurteilen. Sie nehmen jedes Thema, ja jedes Wort für bare Münze. Sie können Fantasie und Wirklichkeit nicht auseinander halten. Sie begreifen nicht, dass Schreibende erfinden, fabulieren, in einem Wortrausch wie besessen nach den (für sie) besten Formulierungen suchen, Worte um der Worte willen gebrauchen, sich für Themen stark machen, die mit ihnen in keiner Beziehung stehen. Misslesern ist es offensichtlich nicht möglich, zu abstrahieren. Sie sind zwar gewiefte Verfasser von amtlichen Schreiben, Dekreten und Statuten, die alle Hand und Fuss haben, doch kein Quentchen von Fantasie aufweisen. Sie sollten sich zubilligen,Texte zu schreiben, in denen sie ihre Fantasie fliessen, fliegen lassen, Wortspiele und Assoziationen – wie verrückt sie auch sein mögen – zulassen. Sie wissen nicht, dass Rauschschreiben eine Befreiung ist.

One thought on “Unbegreiflich,

  1. Interessanter Blog. Missleser werden als solche beschrieben, die nicht abstrahieren und improvisieren können, keine Fantasie haben etc. Das mag stimmen, auch wenn einmal mehr einer dafür eben nichts dafür kann. Einmal mehr höre ich da leise Kritik am einfachen“Bäuerlichsein“. ländlich, handwerklich, einer, der duzt. Und da frage ich mich halt auch einmal mehr, ob dies gerechtfertigt ist, denn es braucht ja von allen etwas. Wie würden die Menschen verhungern ohne die arbeitsamen Bauern, die uns alle ernähren, die mehr oder weniger gebildeten Eliten. Auch die linken modernen Sozis scheinen nicht mehr zu wissen, woher ihr Wohlstand kommt. Sicher nicht von ihren oft weltfremden, im höchsten Mass fantasiereichen Ansichten. Das erleben wir gerade wieder einmal beim Streit um die überfällige Abschaffung des Eigenmietwertes, eine sehr ungerechte Steuer, welche die Kleinen, z.B. älteren Hausbesitzer straft, die statt Schulden zu machen und in jeder Hinsicht im Rausch zu leben, immer etwas gespart und die Hypotheken abbezahlt haben. Schuldenmachen hingegen wird belohnt, was gut zur linken Politik passt. Unbegreiflich!
    Der Schreibrausch resp. die Erlangung von Freiheit in ihm kann auch auf die Musik übertragen werden. Klassische Musik ist geschrieben und kann daher für viele Menschen nicht priorität sein, weil sie diese Noten nicht lesen können oder weil – falls sie sie lesen können . sie sich langweilen, dass ein klassisches Stück von wem auch immer komponiert, eben immer dasselbe Stück bleibt. Auch wenn es von fast jedem Meisterdirigent anders empfunden und dirigiert wird. Aus den einfachen Volksliedern und -musik entstand zum Beispiel der Jazz, ganz ursprünglich fast nur Blues von notleidenden Sklaven. Sie konnten weder schreiben noch lesen, was Musik anbelangt und so entstand eine sehr reiche Musikart, wo die Fantasie, die Improvisation im Vordergrund steht. Es gibt auch zahlreiche Musiker des 20. Jahrhunderts, welche den Jazz geschrieben haben, den sogenannten klassischen Jazz, meist in Big Bands gespielt. Das gefiel mir persönlich immer viel weniger als der spontan improvisierte Jazz im Stil eines Louis Armstrongs. Trotzdem gefällt mir ein klassisches Werk, eine Symphonie eines hundertköpfigen Orchesters ebenso sehr. Es kann beides begeistern oder das Eine schliesst das Andere keineswegs aus. Und ich denke, wir täten gut daran, das auch immer mehr zu verstehen, zu begreifen und anzuwenden.

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