Der Begriff „Freiheit“ ist in aller Munde. Die Freiheit, die Covid-19-Impfung abzulehnen, die Freiheit, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Die Freiheit, Parties zu feiern, die Freiheit, sich Zuhause einem Buch zu widmen. Die Freiheit, sich vegan zu ernähen, die Freiheit viel Fleisch zu vertilgen. Die Freiheit zu heiraten, die Freiheit ledig zu bleiben. Die Freiheit, sich mit dem Velo oder die Freiheit, sich mit dem Auto fortzubewegen. Viele beanspruchen die Freiheit nur für sich selbst. Freiheit wird oft verwechselt mit Rücksichtslosigkeit und purem Egoismus. Je nach Epoche wird der Begriff anders definiert.
Freiheit wird in der Regel als die Möglichkeit verstanden, ohne Zwang zwischen unterschiedlichen Möglichkeiten auszuwählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt in Philosophie, Theologie und Recht der Moderne allgemein einen Zustand der Autonomie eines Subjekts.
Für die griechisch-römische Antike war Freiheit kein Gut für alle Menschen, sondern ein Privileg der Gebildeten und der Oberschichten, denen die unfreien Sklaven und unterworfenen fremden Völker gegenüberstanden. Lediglich die Stoa (Die antike Philosophenschule der Stoa wurde um 300 vor Christus in Athen gegründet und bestand mehr als 500 Jahre. Sie sah ihre Hauptaufgabe darin, den Menschen zu zeigen, wie sie glücklich werden können. Und zwar aus eigener Kraft, dauerhaft und zuverlässig).entwickelte ein sehr weitgehendes Verständnis von Freiheit, indem sie erstmals historisch fassbar die Sklaverei verurteilte, das aber eher philosophisch und auf den Einzelnen bezogen war, nicht jedoch politisch. Freiheit war vor allem individuelle Freiheit von den Zwängen der Welt. Gleichwohl stellt die Entwicklung der Demokratie im klassischen Athen einen großen kulturellen Bruch und Meilenstein der historischen und politischen Entwicklung dar. Dem gegenüber hat das Volk Israel sehr früh die Befreiung aus Sklaverei und fremder Oberherrschaft zu einem auch politischen Thema gemacht. Wenn im Pessachfest der Befreiung aus Ägypten gedacht wurde, dann steckte darin sowohl eine Kritik an aller ungezügelten Machtausübung als auch die grundsätzliche Anerkennung der Freiheit als eines politischen Grundrechtes für alle Angehörigen des Volkes. Trotzdem wurden in Israel – ebenso wie in anderen antiken Hochkulturen auch – Sklaven gehalten.(Wikipedia)-
In der Philosophie ist die Freiheit in der Regel Gegenstand einer dreifachen Analyse. Zunächst ist sie ein metaphysischer Begriff. Dabei geht es um die Frage, ob der Mensch frei ist oder von Zwängen bestimmt wird, die er nicht kontrollieren kann. Wenn er der wesentliche Verursacher seiner Entscheidungen ist, dann wird ihm die Willensfreiheit zugeschrieben (auch Freiheit der Indifferenz genannt). Aber ein solches Vermögen, das klar von einem Willen abgegrenzt werden muss, der willkürlichen Impulsen unterworfen ist, ist schwer zu beweisen und scheint im Widerspruch zu den Naturgesetzen zu stehen, die auf einem strengen Determinismus beruhen. Zweitens ist die Freiheit ein moralischer Begriff. So ist Kant der Auffassung, dass die Freiheit, mag sie auch nicht beweisbar sein, vorausgesetzt werden muss, damit Moral möglich ist. Tatsächlich kann nur ein freies Wesen zwischen Gut und Böse wählen, denn nur wer dazu imstande ist, kann auch moralische Verantwortung zu übernehmen. Im Umkehrschluss kann nach Kant auch nur ein moralisches Wesen frei sein: Freiheit ist dann gleichbedeutend mit Autonomie. Schließlich ist sie ebenso ein politischer Begriff. Der freie Bürger steht dem Sklaven gegenüber. Als liberal gilt ein Staat, wenn er wenig Zwänge auf das Individuum ausübt. Wenn der Einzelne die Ansicht vertritt, die Gesetze seien zu einschränkend und verhinderten die Ausübung seiner Freiheit, kann er den Staat in all seinen Formen in Frage stellen und für illegitim halten. Eine solche Person wird dann als libertär oder anarchistisch bezeichnet (Philosophie Magazin).
So, wie Freiheit üblicherweise begrifflich gefasst wird, ist sie nichts als eine subjektive Illusion, die aus ideologischen (und kommerziellen) Gründen aufrechterhalten wird. Freiheit ist ein politischer Begriff und eine politische Realität. Wie das Nachdenken über „individuelle Autonomie“ den Übergang vom Politischen (dem Reich des Kollektiven) zum Ethischen (dem Reich des Individuellen und Interindividuellen) möglich macht. Das Wort ‚Freiheit‘ ist in unserer Gesellschaft sehr verbreitet, steht überall zur Verfügung und wird auch ständig benutzt. In diesem Fall wäre unsere eigentlich doch recht intime Selbstwahrnehmung – dass wir uns als gefühlt ‚frei‘ erfahren – lediglich bedingt durch die massive Zirkulation des Wortes ‚Freiheit‘ und all dessen, was damit in Zusammenhang steht. Landläufig gibt es die Vorstellung, dass wir als Menschen tatsächlich erleben, frei zu sein. Woraus aber besteht diese erlebte Erfahrung? Aus Bewusstsein, aus nichts als subjektivem Bewusstsein. Spinoza war der erste Philosoph, der formuliert hat, dass eine gewisse menschliche Freiheit eine Sache des Glaubens ist und abhängig von subjektivem Bewusstsein: „Die Menschen täuschen sich nämlich darin, daß sie sich für frei halten; und diese Meinung beruht ausschließlich darauf, daß sie sich ihrer Handlungen bewußt sind und die Ursachen nicht kennen, von denen sie bestimmt werden. […] … die Entschlüsse des Geistes [sind] nichts anderes als die Triebe selbst… (…) Und folglich entstehen diese Beschlüsse des Geistes mit derselben Notwendigkeit im Geiste, wie die Ideen der wirklich existierenden Dinge. Wer also glaubt, er rede oder schweige oder tue sonst etwas aus freier Entschließung seines Geistes, der träumt mit offenen Augen.“ (Mériam Korichi, Frei sind wir nie, aber immer freier können wir werden, Goethe Institut, Dezember 2017).
„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, / in keiner Not uns trennen und Gefahr. / Wir wollen frei sein, wie die Väter waren …“. Friedrich Schiller dichtete in Wilhelm Tell den Rütlischwur. Einen historischen Nachweis, dass der Schwur sich tatsächlich auf dem Rütli zugetragen hat, gibt es nicht. Das Parteiprogramm 2019 der SVP beginnt mit dem Schiller-Zitat: „Wir wollen frei sein, wie die Väter waren“. Weiter:“Die Botschaft des Bundesbriefes von 1291 gilt für die Schweiz noch heute. Ohne Freiheit gibt es keine Selbstbestimmung und ohne Sicherheit keinen Wohlstand. Unsere Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie muss immer wieder verteidigt werden, gegen Druckversuche von aussen – aber auch von innen. Gegen all jene, welche die Bürgerinnen und Bürger bevormunden und die direkte Demokratie aushebeln wollen. Freiheit und Sicherheit zu garantieren wäre die Kernaufgabe unseres Staates, doch dieser kümmert sich heute zu wenig darum. Die Nicht-Umsetzung von Volksentscheiden, die dauernde Übernahme von EU-Recht, Maulkörbe und Gesinnungsdiktate sind Zeichen dafür, dass sich in unserem Land eine vermeintliche politische Elite gebildet hat, der die direkte Demokratie lästig geworden ist. Die SVP gibt hier als einzige Partei unermüdlich und zuverlässig Gegensteuer. Die SVP setzt sich seit über 100 Jahren ohne Wenn und Aber für eine freie Schweiz ein, in der die Bürgerinnen und Bürger selber bestimmen können.“
Freiheit, die ich meine … die du meinst … die sie meinen … .