13. November 2022 Doris Schöni 0Comment

Langsam wird es unheimlich. Die gesetzten Erwachsenen verbiegen sich, um die Gunst der jungen Menschen zu ergattern. Sie geben dafür selbst alte Traditionen preis.

So beobachtet am Weltcupturnier der Degenfechter in Gümligen, das einst Grand Prix de Berne hiess, nun aber in Berne World Cup umgetauft wurde. Die offizielle Fechtsprache ist (war?) Französisch. Der Kommentator im Final des Degen-Weltcupturniers sprach ausschliesslich Englisch. In einem – soweit man ihn verstand – eher simplen Englisch. Den Auftritt der Finalisten verhüllte künstlicher Nebel. Lichtmaschinen trieben wilde Effekte über die Wände und die Decke der Mobiliar Arena. begleitet von der entsprechenden Popmusik. Die Resultate werden nicht mehr angeschlagen. Mittels eines Apps können sie aufs Handy heruntergeladen werden. Und immer wieder die englischen Aussprüche des Kommentators. Ein Stilbruch?

So viele Zuschauer wie nie zuvor, das sollte die Organisatoren in ihrem Modernisierungseifer bestätigen. Aber gleich jahrhunderte alte Traditionen aufgeben? Sie gegen den englischen Mainstream eintauschen? Es gäbe eigentlich die Möglichkeit, diese Traditionen durchzusetzen. Indem man sie schützt und bewahrt. Mit Französisch, zum Beispiel.

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