2. Januar 2021 Doris Schöni 0Comment

Vor, am und nach dem Beginn des sogenannt neuen Jahres bekommt man Wünsche mit dem Substantiv Rutsch und dem Verb rutschen. Während das neue Jahr eingeläutet wird, liegt, sitzt, steht oder tanzt der Mensch hauptsächlich. Er kann auch vom alten ins neue Jahr rennen oder schwimmen, aber rutschen? Duden gibt als Beispiele für rutschen:

  • sich gleitend über eine Fläche hinbewegen
    • auf seinem Platz hin und her rutschen
    • über den gefrorenen Schnee, die vereiste Fahrbahn rutschen
    • der kleine Junge rutscht durchs Zimmer
    • der Teppich rutscht (verschiebt sich)
    • die Kupplung rutscht (fasst nicht)
    • 〈substantiviert:〉 ins Rutschen kommen, geraten
    • die Brille, Hose, der Rock rutscht
    • die Mütze rutschte [ihr vom Kopf]
    • vom Stuhl rutschen
    • der Schnee rutschte vom Dach
    • die Tasse ist ihr aus der Hand gerutscht
    • (umgangssprachlich) das trockene Brot rutscht schlecht (lässt sich schwer hinunterschlucken)
    • 〈in übertragener Bedeutung:〉 die Preise beginnen zu rutschen (zu fallen)

    
    

    Das neue Jahr ist da, Freunden, Bekannten, Verwandten und Kollegen wünscht man zu diesem Anlass im deutschen Sprachraum „einen guten Rutsch ins neue Jahr“. Doch woher stammt die Redensart? Herkunft: spätmittelhochdeutsch rutschen, wahrscheinlich lautmalerisch.

    Nur im deutschsprachigen Raum wünscht man sich einen „guten Rutsch“. Nachweisen lässt sich der Silvester- beziehungsweise Neujahrgruss seit 1900. Doch mit dem zu der Jahreszeit typischen Schnee oder Glatteis hat der Ausdruck nichts zu tun.

    Es gibt zwei Erklärungsansätze zu der Redensart: Zum einen vermuten Sprachwissenschaftler, dass der traditionelle Silvester-Gruss von dem hebräischen Wort für Neujahr abgeleitet wurde. Rosch ha-Schana bedeutet so viel wie „Anfang des Jahres“. Es handelt sich um eines der vielen Wörter, die aus dem Jiddischen ins Deutsche übernommen wurden. Auch die deutschen Wörter „malochen“, „meschugge“, „schmusen“, „Stuss“, „Tacheles“ und „Zoff“ stammen in ihrer ursprünglichen Form aus dem Jiddischen.

    Auf Jiddisch wünscht man sich in der Zeit vor und nach dem 1. Januar „a git Rosch“ also einen „guten Anfang“ des neuen Jahres. Mit der Zeit wurde der hebräische Ausdruck „git Rosch“ dann zum deutschen „guten Rutsch“.

    "Rutsch" hiess mal "Reise".

    Ein anderer Erklärungsansatz ergibt sich bei einem Blick ins Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm. Das Verb „rutschen“ bedeutete einst so viel wie „reisen“. So schrieb Johann Wolfgang von Goethe beispielsweise „Sonntag rutscht man auf das land“.Für das Wort „die Rutsche“ ist bei den Grimms ebenfalls die Bedeutung „Reise“ oder „Fahrt“ nachgewiesen. Der Ausdruck „der Rutsch“ kommt in der Wendung „guten (glücklichen) Rutsch“ für „gute Reise“ schließlich ab 1820 in Deutschland vor. Seit dem 19. Jahrhundert steht „der Rutsch“ also für eine kurze Reisestrecke oder eine kleinere Reise. Wünschten sich Menschen seinerzeit also einen „guten Rutsch ins neue Jahr“, meinten sie eine „gute Reise ins neue Jahr“. Den Ausdruck kennen wir bis heute, nur das wir das Wort „rutschen“ heutzutage anders verwenden.

    Quelle: ntv.de

    
    
    
    

     

    
    

 

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