Es begab sich am gestrigen Nachmittag im Restaurant Chutzen (Belpberg). Ein sehr alter, sehr gehbehinderter Mann wurde von zwei jungen Leuten links und rechts gestützt – ja fast getragen – auf die Terrasse des Restaurants gebracht. In einem Sekundenbruchteil fragte ich mich, ob der Mann nicht besser sterben würde, als derart behindert zu leben.
Der alte Mann entschied sich nicht sofort für eine Konsumation, dann richtete er sich nach den jungen Leuten und befand, ausser einem Kaffee das Mineralwasser und den Fruchtkuchen mit ihnen zu teilen. Bei der Konversation stellte sich heraus, dass die Frau seine Tochter und der Mann – mit langem Rossschwanz – wohl sein Schwiegersohn sind. Der alte Mann war im Vollbesitz seines Geistes. Die Gespräche drehten sich um Freunde, Verwandte, Bauwerke, die vom alten Mann realisiert worden waren, um Geografie und Geschichte. Abwechselnd wurde von Tochter und Schwiegersohn das Handy gezückt, um Informationen abzurufen, wobei der alte Herr vertraut mit der Handybedienung umging.
Sobald die Konsumation gebracht worden war, teilten Tochter und Schwiegersohn die Kuchenstücke, schoben Vater und Schwiegervater ein ganzes Kuchenstück zu, das er überhaupt nicht in Eile verzehrte. Die Gespräche verliefen liebe- und respektvoll, die jungen Leute umgaben den alten Mann mit grosser Fürsorge. Als Regen drohte, fassten Tochter und Schwiegersohn den alten Mann unter den Achseln und hissten ihn hoch. Sie stützten und schoben ihn bis zum Auto und hoben ihn hinein.
Welch rührende und empathische jungen Leute … .