Das Requiem (Mehrzahl die Requiems, liturgisch Missa pro defunctis („Messe für die Verstorbenen“), auch Sterbeamt oder Seelenamt, ist in der römisch-katholischen und in der Ostkirche die heilige Messe im Gedenken an Verstorbene.
Die liturgische Form der Totenmesse ist das Requiem. Der Begriff bezeichnet sowohl die Liturgie der heiligen Messe bei der Begräbnisfeier der katholischen Kirche als auch kirchenmusikalische Kompositionen für das Totengedenken. Er leitet sich vom Incipit des Introitus Requiem aeternam dona eis, Domine („Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“) ab.
Gebührt sich ein Requiem für ein simples menschliches Organ? Die Blase, die mir entnommen wird, landet wohl in einem Abfallkübel, wird also sang- und vor allem klanglos entsorgt. Wo sollte denn das Requiem abgehalten werden? Müsste ich deshalb den operierenden Professor bitten, die Blase für mich aufzuheben? Würde ich sie neben Hund und Katze im Garten beerdigen? Mit einem Schild: „Blase“.
Dazu müsste Mozarts Requiem laut aus dem Atelier tönen. „Dies irae“. Ja, Tage des Zorns. Zorn einmal mehr. Ich büsse meine Blase ein und werde als Krüppel (meine Worte) weiterleben. Weiter leben mit einem zu leerenden Plastiksack am Gürtel. Wäre es schon früher schief gelaufen, wäre mein rechtes Bein amputiert und ich im Rollstuhl. Dies blieb mir erspart. Und nun hat mein Körper klein beigegeben. Hat sich zu wenig gewehrt gegen das Nikotin. Liess bösartige Zellen sich ausbreiten und vermehren.
Es gibt nur diese radikale Lösung. Sofern ich die risikoreiche – laut Operateur – Operation überhaupt überstehe. Langwierige Erholungszeit. Zeitverschwendung. Ich hasse es, mich um mein körperliches Wohl kümmern zu müssen.
Und es regnet.