Bis vor etwa 20 Jahren reiste ich durch einen grossen Teil der Welt. Dann verzichtete ich meiner Hündin wegen aufs Reisen seit einer gewissen Zeit verarme ich bei einem relativ anständigen Einkommen und kann mir einen Tapetenwechsel – so wie ich ihn mir vorstelle – nicht mehr leisten.
Haben Sie sich je überlegt, ob es nicht geruhsamer und entspannter ist, die Welt durch einen TV-Schirm zu besuchen? Es gibt wunderbare geografische, historische, archäologische, politische, kunstgeschichtliche Dokumentationen auf TV-Sendern wie Arte, NTV, Welt, ZDF-Info, 3Sat, etc. Diese Sendungen sind mit ausgezeichneten Kommentaren von Fachleuten versehen, zeigen auch touristisch nicht erschlossene Sehenswürdigkeiten. Am TV-Schirm ist man erlöst von der unabdingbaren Knipserei, ein weiterer Vorteil. Ich frage mich immer, was die Reisenden mit all den Fluten von Bildern, Selfies und Gruppenfotos anstellen, und wer weiss, wie lange sie konserviert werden können, was bedeutet, dass sie nicht als Archiv in Frage kommen.
Zudem befreit Sie das Reisen am TV von unliebsamen Mitreisenden. Das Niveau, das ich zum Beispiel am Flughafen Bern-Belp von Abreisenden und Ankommenden feststelle, schreckt mich vom effektiven Verreisen ab, nein, solche Menschen möchte ich auch auf Reisen nicht um mich haben. Eine Sprache wie Fuhrknechte, in Kraftleibchen, mit körperbedeckenden Tatoos, biersaufendes Partyvolk, das in den Ferien „die Sau rauslässt“.
Versuchen Sie Bildschirm-Reisen, damit erfüllen Sie auch die wehleidige Bitte um das Modewort Nachhaltigkeit … .