Dieser Ausdruck ist bereits falsch: es gibt nur eine Rasse, die menschliche. „humanrights.ch“ defi.niert Rassismus wie folgt: „
Klassisches Konzept von «Rassismus» (enge Bedeutung)
Rassistisch sind Ideologien, welche die Menschheit in eine Anzahl von biologischen «Rasssen» mit genetisch vererbbaren Eigenschaften einteilen und die so verstandenen «Rassen» hierarchisch einstufen.Das klassische Konzept war vorherrschend in der Epoche des europäischen Kolonialismus und Imperialismus bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese pseudo-biologische Ideologie diente der Rechtfertigung des Kolonialismus, der Sklaverei, der Verbrechen der Nazis oder von Apartheidregimes.
Verallgemeinertes Konzept von «Rassismus» (weite Bedeutung)
«Rassismus umfasst Ideologien und Praxisformen auf der Basis der Konstruktion von Menschengruppen als Abstammungs- und Herkunftsgemeinschaften, denen kollektive Merkmale zugeschrieben werden, die implizit oder explizit bewertet und als nicht oder nur schwer veränderbar interpretiert werden.» (Johannes Zerger, Was ist Rassismus?, Göttingen 1997, S.81).Diese Definition erweitert den Anwendungsbereich des Ausdrucks «Rassismus» von den biologisch aufgefassten «Rassen» auf alle Arten von Abstammungsgruppen, die als andersartig dargestellt werden, insbesondere auf die «ethnischen Gruppen» oder «Völker».
Rassismus (Dorsch, Lexikon der Psychologie)
[engl. racism], [SOZ], unter Rassismus wird i. d. R. ein extremes Vorurteil, meist verknüpft mit diskriminierendem Verhalten gegenüber Personen oder Gruppe, verstanden, die einer anderen Ethnie («Rasse») angehören. Repräsentiert in indiv. Vorurteilen oder aber auch in sozialen Strukturen bzw. Institutionen (institutioneller Rassismus). Bei der generellen Unterscheidung von traditionellem Rassismus und modernem Rassismus wird mit traditionellem Rassismus eine ebenso offensichtliche wie antiquierte Vorstellung von Rassismus verstanden. Traditionelle Rassisten sind Personen oder Gruppen, deren bigotte Überzeugungen gegenüber Minoritäten derartig offenkundig sind, dass sie in weiten Teilen der Öffentlichkeit auf Ablehnung stoßen. Der moderne Rassismus zeigt sich in unterschiedlichen Varianten: als ambivalenter Rassismus, bei dem je nach Kontext pos. oder neg. Einstellungen gegenüber den Mitgliedern einer ethnischen Minorität gezeigt werden. Symbolischer Rassismus zählt zu den subtileren Formen des Rassismus, der sich vor allem dadurch zeigt, dass die Diskriminierung von Minoritäten geleugnet wird. In der Form des modernen Rassismus wird den Minoritäten vorgeworfen, zu viele und ungerechtfertige Forderungen zu stellen, innerhalb der Gesellschaft im Vergleich zu sehr gefördert zu werden und damit Gerechtigkeit und Leistungsprinzip außer Kraft zu setzen. AversiverRassismus ist dadurch gekennzeichnet, dass einerseits egalitäre Normen unterstützt werden und damit eine Gleichbehandlung aller gesellschaftlichen Gruppen gefordert wird, andererseits aber im Umgang mit Minderheiten Ängste und Vorurteile ebendiesen Minderheiten gegenüber bestehen.
Bundeszentrale für ploitische Bildung (Deutschland)
Rassismus ist eine Art von Diskriminierung. Durch Rassismus werden Menschen zum Beispiel wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Haare, ihres Namens oder ihrer Sprache diskriminiert, ausgegrenzt und abgewertet.
Rassismus ist die Erfindung, dass es bei Menschen unterschiedliche „Rassen“ gibt. Und Rassismus ist die Erfindung, dass diesen „Rassen“ eine Ordnung oder eine Reihenfolge haben. Rassismus diskriminiert Menschen.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bestätigen heute: Die Erfindung der „Rassen“ ist falsch. Es gibt bei Menschen keine „Rassen“. Weil die Erfindung falsch ist, steht das Wort „Rasse“ in Anführungszeichen.
Ein rassistischer Gedanke ist zum Beispiel: Weiße Menschen sind besser als Schwarze Menschen.
Wer rassistisch denkt, beachtet nicht die Persönlichkeit des einzelnen Menschen. Man denkt: Er oder sie hat eine dunkle Haut, eine bestimmte Sprache oder eine bestimmte Herkunft. Dann ist er oder sie auch weniger wert oder in der Reihenfolge weiter hinten.
Durch Rassismus werden bestimmte Menschen abgewertet, ausgegrenzt, verletzt und benachteiligt.
Es gibt unterschiedliche Gründe dafür, dass ein Mensch Erfahrungen mit Rassismus macht. Menschen machen zum Beispiel wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Haare, ihres Namens oder ihrer Sprache Erfahrungen mit Rassismus.
Wenn wir Rassismus bekämpfen wollen, müssen wir über Rassismus reden. Wenn wir über Rassismus sprechen brauchen wir Begriffe dafür. Manche Menschen sagen: Wörter, die für Menschen mit einer bestimmten Herkunft, mit einer bestimmten Haut oder einer bestimmten Sprache genutzt werden, sind oft rassistisch. Dann fragen andere Menschen: Welchen Begriff darf ich nun nutzen?
Zwei Antworten stellt das Lexikon hier vor:
- Manche Menschen sagen: People of Color ist ein guter Begriff für Menschen, die Erfahrung mit Rassismus machen. Diese Menschen haben sich den Begriff selbst ausgesucht.
Andere sagen: Schwarz oder Schwarz ist ein guter Begriff. Das groß geschrieben S oder die schräge Schreibung bedeutet: Es kommt nicht auf die Hautfarbe an, sondern auf die Erfahrung mit Rassismus. - Andere Menschen haben andere Meinungen oder finden andere Begriffe gut. Manche Menschen sagen auch: Mir gefällt der Begriff People of Color nicht, weil ich nicht gut englisch kann.
- Andere Menschen denken vielleicht, dass die Suche nach neuen Begriffen nicht gegen Rassismus hilft.
Manche Menschen sagen: Wir brauchen auch einen Begriff für Menschen, die keine Erfahrungen mit Rassismus haben. Es ist wichtig auch darüber zu sprechen.
Ein Vorschlag dazu ist: Weiss oder Weiss.
Weiße Menschen sind Menschen, die keine eigenen Erfahrungen mit Rassismus haben. Bei weißen Menschen redet man meistens gar nicht darüber, dass sie weiß sind. Ihre Hautfarbe, ihre Herkunft und ihre Sicht auf die Welt werden schnell als selbstverständlich angesehen. Und sie werden nicht wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft diskriminiert. Sie bekommen zum Beispiel leichter einen Arbeitsplatz als People of Color.
Im Grundgesetz steht in Artikel 3:
„Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“
Mit Anschauung ist die eigene Meinung oder Einstellung gemeint.
Das Grundgesetz soll Menschen vor Rassismus schützen.
Menschen machen in Deutschland trotzdem Erfahrungen mit Rassismus.
Sie berichten zum Beispiel:
- Kontrolleure im Zug denken manchmal, dass Menschen aus einem anderen Land kein Ticket gekauft haben.
- Manche Musiktexte sind rassistisch.
- Manche Namen für Lebensmittel sind rassistisch. Zum Beispiel der alte Name für Schokokuss.
- In Büchern und Filmen kommen Schwarze Menschen oft nur als Kriminelle, Geflüchtete, Dienstboten oder arme Menschen vor.
Was kann man gegen Rassismus tun?
Rassismus hat nicht nur etwas mit Gewalt und Beschimpfungen zu tun. Rassismus kommt nicht nur bei Nazis und schlechten Menschen vor.
Rassismus geschieht oft unabsichtlich.
Wenn ein Mensch sagt: „Es gibt keinen Rassismus“ oder „Ich bin auf keinen Fall rassistisch“, dann kann er Rassismus nicht erkennen und nichts verändern.
Um etwas gegen Rassismus zu tun, kann jeder und jede bei sich selbst anfangen.
Jeder Mensch kann sich zum Beispiel die folgenden Fragen stellen:
- Wann habe ich selbst schon mal etwas Rassistisches gesagt oder getan?
- Wie würde ich mich fühlen, wenn man mich immer und immer wieder fragen würde, wo ich herkomme?
- Wie würde ich mich fühlen, wenn viele Menschen ungefragt meine Haare anfassen?
- Wie reagiere ich selbst, wenn jemand in meiner Umgebung einen rassistischen Witz oder eine rassistische Aussage macht?
Persönliches Fazit
Klassisch: Um sich aufzuwerten, werden Menschen aus anderen Kulturkreisen systematisch abgewertet. Rassisten sind oft unsichere, ängstliche Menschen, die ihre Kultur überbewerten. Sie klammern sich an jahrhunderte alte Vorurteile, um ihren Rassismus zu legitimieren. Sie nehmen frühere Hochkulturen dieser Ethnien nicht wahr oder leugnen sie. Sie sind überzeugt, dass lediglich ihre Herkunft hochstehend ist. Sie anerkennen vorwiegend Sportler (Fussballer, Leichtathleten, etc.) als gleichwertig. Im umgekehrten Sinn geisseln sie die sogenannte „kulturelle Aneignung“, das heisst, Weisse haben kein Recht, Musik von Nicht-Weissen zu spielen oder sie äusserlich zu kopieren. Beim Rassismus geht es aber nicht nur um Schwarz oder Weiss. Jüdisch, Homosexuelle und nicht-binäre Menschen werden ebenfalls rassistisch verfolgt. Rassisten ertragen nur ihresgleichen. Alles fremde ist ihnen unheimlich und verdächtig; sie fürchten sich davor.