20. Dezember 2017 Doris Schöni

Viele Menschen  wünschen  sich weisse Weihnachten? Warum eigentlich? Die schönsten Weihnachtstage finden in den Tropen statt. Wärme, Strand und Sonnenschein. Licht anstatt Dunkelheit. Fröhlichkeit versus Schwere. Weihnachten sollte ein heiteres Fest sein. Ist es hierzulande aber nicht. Bunt anstatt Weiss. Halleluja … im wahrsten Sinn des Wortes!  

16. Dezember 2017 Doris Schöni

Diese Paragrafenreiterei ist nicht von Belang für die Weltgeschichte. Auch der Schweiz ist sie egal. Sie enthüllt lediglich eine skurile Praxis des Kantons Bern, an der sich zahlreiche Muriger und Berner stossen. Es geht um folgendes: Während sechs Jahren erfreute das adhoc-Beizli „Lückebüesserli“, geführt von ehrenamtlich arbeitenden Personen aus den unterschiedlichsten Berufen auf dem Muribadparkplatz Spaziergänger, einsame Menschen, Naturfreunde und Romantiker. Der Erfolg des Beizlis bedingte einen bescheidenen Ausbau: Ein Zelt und ein Grillhäuschen (ohne Boden) wurden neben dem Imbisswagen errichtet, um dem Ansturm der Besucher zu genügen. Das Lückebüesserli erquickte jedes Jahr die Gäste während knapp dreier Monate, nämlich…

8. Dezember 2017 Doris Schöni

Man kann in diesem Land nicht mehr leben. Das Individuum wird erdrückt, blockiert und gelähmt durch Vorschriften, Gesetze, Gebote, Strafen und Bussen. Nischen sind keine mehr vorhanden. Fügt man sich nicht in die Masse der nickenden, obrigkeitsgläubigen, mut- und fantasielosen Menschen ein, wird man an den Rand gedrängt und der Anormalität bezichtigt. Individuelle Freiheit ist zum Schimpfwort geworden. Umwelt- und Naturschutz stehen über dem Menschen. Rauchende werden mit Steinen beworfen, wirkliche Beschmutzer hingegen, weil sie gross und mächtig sind, zu Idolen stilisiert. Der heutige Mensch engagiert sich nur noch, wenn ihm das etwas einbringt. Er trennt pingelig Abfälle, da er…

24. November 2017 Doris Schöni

Pflegen Sie Todesanzeigen in Zeitungen auf Gehalt und Inhalt anzusehen? Die meist verwendete Formulierung lautet:  Nach einem erfüllten, oder nach einem reich erfüllten Leben …  . Was sagt dieser Spruch  aus? Was ist ein reich erfülltes Leben? Haben nicht alle Menschen ein erfülltes Leben oder meinen, es gehabt zu haben? Ein unerfülltes Leben wird als ein gescheitertes Leben angesehen. Was aber bedeutet ein gescheitertes Leben? Wenn Wünsche nicht in Erfüllung gehen? Wenn man versagt hat? Wenn einem das Glück nicht hold war?      In Todesanzeigen kommt das Wort Sterben selten vor. Er oder sie sind gegangen, haben eine andere Dimension…

22. November 2017 Doris Schöni

Haben Sie auch schon Ihren Kopf gegen die Decke Ihres Fahrzeugs geschlagen, wenn Sie an einer Ampel standen und die vordersten Autos die Abfahrt verschlafen haben? Machtlos stehen Sie dann hinter vier Wagen, die alle ganz zögerlich abfahren, so dass die Ampel wieder auf Rot springt, nachdem lediglich zwei Vehikel durchgekommen sind. Warum, warum auch fahren die Schweizer derart reaktionslos und übervorsichtig? Bei Tempo 50 wird auf 40 km reduziert, bei Tempo 30 auf 20 und bei Tempo 20 rücken die Wagen in Fussgängerschritten vor. Ist es die Angst vor den viel zu teuren Bussen, welche sie blockiert? Oder träumen…

19. November 2017 Doris Schöni

… dem Facebook-Publikumsgeschmack. Blogs mit Bildchen und anspruchslosen Textlein, besonders jene, die für irgend eine Schönheits-, Schuhe- oder Kleidermarke (indirekt) werben, sind in. Ganz im Sinn der idiotischen, sogenannten „Influencer“, die sich am Bahnofplatz auf dem Boden räkeln und den kreischenden Teenies ihre Selbstbräunungscreme verraten. Sind Facebook-Texte nur den ganz jungen Menschlein vorbehalten, um sie zum Kauf von Konsumgütern zu animieren? Sind Beiträge mit Themen wie Antisemitismus, Rassismus, Altersfragen, Zivilcourage, Obrigkeitshörigkeit, Rebellion gegen Autoritäten und zunehmende Bildungslosigkeit obsolet (veraltet)? Apropos Bildungslosigkeit: Da wurde doch nach der Darbietung der Pianistin Martha Argerich von Robert Schumanns A-Moll-Klavierkonzert im KKL Luzern gepfiffen. In…

17. November 2017 Doris Schöni

Paul Averhoff war einst ein grosser Marathonläufer. Eine Legende, ein Sieger, ein Vorbild. Der Gewinner der Goldmedaille in Melbourne 1956. Lang ist es her. Jetzt ist Paul bald 80 und seine Frau Margot gebrechlich. Da Margot immer wieder und aus heiterem Himmel stürzt, besteht Tochter Birgit darauf, dass Papa und Mama ihr vertrautes Zuhause verlassen und ins Altersheim ziehen. Für die Beiden der Horror. Gesangsstunde, Mittagessen. Bastelstunde, Abendessen. Sonntagsandacht, Halleluja. Das kann es nicht gewesen sein, denkt sich Paul und schnürt die Laufschuhe. Sein letztes Rennen hat begonnen (Bernhard Koellisch, 2014). „Wer stehen bleibt, hat schon verloren“ ist des Protagonisten…

29. Oktober 2017 Doris Schöni

Fechten ist eine Randsportart. Es haftet ihm das Image eines Sports für „Mehrbessere“ an, was wohl aus seiner Geschichte herrührt, aber falsch ist, denn das Betreiben dieses Sports ist günstiger als zum Beispiel Skifahren. Es gibt von internationaler und nationaler Verbandsseite Bemühungen, das Fechten etwas publikumsnäher (slowmotion an Fernsehübertragungen) zu gestalten, ein mühevolles Bestreben, denn für das Massenpublikum zählt nur der Massensport, abgesehen davon. dass man die Gesichter der Sportler nicht sehe und überhaupt die Fechtaktionen viel zu schnell und unverständlich seien. Am Wochenende spielte sich in Bern das traditionelle Degen-Weltcupturnier „Grand Prix de Berne“ ab, in der Stärke vergleichbar…

26. Oktober 2017 Doris Schöni

… dann wendet sich diese Gemeinde den einfacheren Gemütern zu. Von Populismus zu sprechen, wäre zwar etwas übertrieben, aber wehret den Anfängen. Die abscheulichen rassistischen Vorfälle an Fussballspielen in umliegenden Ländern sind ein Indiz dafür, dass der Mob die einfachen Lösungen der Populisten aufnimmt und sie filterlos vorlebt. „Ausländer raus,Schwarze raus, Bräunliche raus, Muslime raus, Juden raus“. Noch fehlen die Intellektuellen, aber die wären wohl gut beraten, sich bald für ein Asyl umzusehen. In vielen europäischen Ländern sind die Populisten im Vormarsch. Ihre Wähler sind vornehmlich einfachere Gemüter. Diese brauchen Idole und Führer. Wenn das Volk einen Fussballverein oder Fussballer…

21. Oktober 2017 Doris Schöni

Wer hätte die Grossmut, ein zeitgemässes Lokalmagazin zu finanzieren? Es würde Alt und Jung ansprechen, mit Humor ernsthafte Themen behandeln, über Kultur und Sport berichten und, warum auch nicht, bisweilen die politische Korrektheit etwas ankratzen. „Wer wagt es, Rittersmann oder Knapp, Zu tauchen in diesen Schlund?“ (Friedrich Schiller, Der Taucher)