25. Juli 2019 Doris Schöni

Alle paar Jahre braucht man ein neues Handy, weil das alte nicht mehr aufdatiert wird und urplötzlich gewisse Funktionen nicht  mehr ausgeführt werden können. Schweren Herzens begibt man sich – wie beim Kauf des ersten I-Phones – in den Swisscom Shop im Bahnhof. Dort wird man freundlich empfangen und beraten. Einer der „Gastgeber“ – so sind die Swisscom-Verkäufer angeschrieben – überträgt die alten Daten aufs neue Phone (kostenpflichtig!) und man freut sich über den Neuerwerb. Die Freude entwickelt sich Zuhause aber rasch in Ärger, denn viele Daten fehlen, zum Beispiel auch die Musik des Klingeltons. Man versucht selber, einen Klingelton…

15. Juli 2019 Doris Schöni 1Comment

… dem Duzen? Gehören Sie zu jenen, die durchs Band hinweg alle duzen, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, Professor oder Arbeiter, Chef oder Untergebener? Warum duzen Sie alle und duzen Sie auch in anderen Sprachen? Welche Vor- oder Nachteile ergeben sich durchs Duzen? Ist Ihnen bewusst, dass das Duzen einen bäuerlichen Hintergrund hat? … mit dem Schreiben – SMS, E-Mails, Briefen – in Dialekt? Schreiben Sie in Dialekt, weil Sie fürchten, die deutsche Rechtschreibung nicht zu beherrschen? Schreiben Sie in Dialekt, weil Sie irrtümlich glauben, Dialekte hätten keine Regeln? Schreiben Sie einem St. Galler in Berndeutsch mit Ausdrücken…

12. Juli 2019 Doris Schöni 1Comment

Wenn wir in der Primarschule einen Aufsatz über den verbrachten Sonntag schreiben mussten, zählten einige der Schüler akribisch auf, was sie am Sonntag gegessen hatten. Jene, die sich an einem See, beim Skifahren oder in einem Museum vergnügt hatten, erwähnten das Sonntagsmenu nie. Nun gibt es einen Lokaljournalisten, der offensichtlich auf der Stufe des Primarschülers stecken geblieben ist. Er berichtet ehererbietig über einen Anlass mit einem Nachtessen, dem er mit Begeisterung lobhudelt: „Die Gäste durften sich erst am Buffet einen Salat und später auch die Hauptgänge zusammenstellen. Es wurden Kalbsschulterbraten mit Rosmarinjus, Gebratene Pouletbrust mit Thaicurrysauce, Kartoffelgratin, Basmatireis, Gemüse, Frühlingsrollen…

6. Juli 2019 Doris Schöni

Norbert Herschkowitz ist gestorben. Sein Wissen, sofern es nicht in Publikationen festgehalten wurde, geht mit seinem Tod unwiderruflich verloren. Noch ist es nicht möglich, Gehirninhalte elektronisch zu konservieren. Herschkowitz‘ Gattin, Elinore, eine Pädagogin, hat ihn  lebenslang bei seinen Studien und Forschungen begleitet und unterstützt. Ihre Trauer muss sehr schmerzhaft sein. Hirnforscher Herschkowitz war ein temperament- und humorvoller Referent. Es war ihm gegeben, an Vorträgen auch ein Publikum zu fesseln, dem sein Wissensgebiet nicht geläufig war. Es ist unvergesslich, wie er in einen vollen Saal rief: „Das Bauchgefühl gibt es nicht“. Für ihn war das heute immer wieder bemühte „Bauchgefühl“ eine…

2. Juli 2019 Doris Schöni

Kennen Sie Paragrafenreiter? Es existieren viele Synonyme, zum Beispiel: Rabulist, Pedant, Bürokrat, Besserwisser, Spiessbürger, Prinzipienreiter, Aktenkrämer, Federfuchser, etc. Trefflich charakterisiert die Autorin Raphaela Häuser diese sich in psychischem Ungleichgewicht befindlichen menschlichen Spezies: „Der Paragrafenreiter nimmt es ganz genau. Die Paragrafen des Gesetzes sind ihm unglaublich wichtig. Er ist ein Bürokrat und Besserwisser. Und er achtet ganz genau darauf, dass seine Mitmenschen sich ebenso wie er an die Buchstaben des Gesetzes halten. Glas in die Mülltonne werfen? Für den Paragrafenreiter ein grosses Verbrechen. Grillieren bei offenem Feuer im Park? Sie müssen mit einer Anzeige rechnen! Bei Rot über die Ampel gehen,…

23. Juni 2019 Doris Schöni 2Comment

In einem deutschen Fernsehdrama wurde eine Frau beschrieben, die angesichts ihrer chaotischen Wohnung  immer wieder verspricht :“Morgen räume ich auf“.  Aber weder morgen noch an irgend einem Morgen schafft sie es, das Chaos zu beseitigen. Daher stellt sich die Frage: Wer bestimmt die Normen für eine ordentliche oder unordentliche Behausung? Ist ein Chaos in der Küche der Beweis für die Unzulänglichkeit oder gar eine Geisteskrankheit eines Menschen? In der Schweiz, aber auch in Deutschland und anderen Ländern wird Unordentlichkeit verpönt. Umgekehrt könnte ein Küchenchaos doch auch als Kreativität ausgelegt werden. Bei Kochsendungen blitzen und glänzen die Küchen völlig jungfräulich, als…

14. Juni 2019 Doris Schöni

Gleichmacherei ist nicht Gleichmacherei: Es gibt Männer, die sperren sich gegen eine Gleichmacherei, das heisst Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Die soziale Gleichmacherei ist viel dramatischer, man kann sie auch die  „persönlichkeits- tötende Gleichmacherei“ nennen. Zitate wie „Menschliches Zusammenleben verlangt nach Anpassung. Das Gefährliche daran ist nur das menschliche Verlangen nach Gleichmacherei“.  Oder: „Ich mag keine Gesellschaft, in der alle die gleiche Kleidung tragen, alle die gleichen Autos fahren, alle die gleiche Normwohnung haben und alle die gleichen Packungen essen. Ich habe was gegen Gleichmacherei“ zeugen von dieser Art von Gleichmacherei. Wer ungleich ist, eckt an. Wer anders ist, wirkt…

7. Juni 2019 Doris Schöni

Der ZFD-info-Sender berichtete während zweier Stunden über den Rechtsextremismus und den Ku-Klux-Klan in Amerika. Hasserfüllte weisse Fratzen (man kann sie nicht anders nennen) verbreiten Verschwörungstheorien in vielen Staaten Amerikas. Diese Menschen, die sich offen als Rassisten bezeichnen, behaupten wider alle Erkenntnisse, die weisse USA werde von  dunkelhäutigen und jüdischen Kreisen bedroht; sie würden beabsichtigen, die weissen Amerikaner auszulöschen. Ein Mitglied des Ku-Klux-Klans ist überzeugt, die Konzentrationslager der Nazis seien in Wirklichkeit Ferienlager mit Bars, Restaurants, Kinos, etc. gewesen. Offensichtlich hat der weiss Gewandete nie ein Buch und nie Bilder über den Holocaust gesehen, geschweige denn eine TV-Dokumentation über dieses Thema….

28. Mai 2019 Doris Schöni

Grün – besonders auf der politischen Ebene – ist populär geworden. Endlich hat die Jugend wieder einen Grund zum Protestieren und Demonstrieren. Den Anstoss dazu gab Greta Thunberg, sie kennt man inzwischen auf der ganzen Welt. Die ernste, junge Schwedin mit zwei Zöpfen, auch verächtlich «Öko-Pippi» genannt, kämpft an wichtigen Symposien für die Umwelt. Ein grosser Teil der heutigen Schweizer Jugend ist angepasst, politisch korrekt, vereint in einem riesigen Netz von Social Medias, ständig mit dem Handy beschäftigt, unentwegt darauf erpicht, jeder und jedem jede Kleinigkeit per phone mitzuteilen. Nun hat sie eine sogenannte Ikone entdeckt, um sich in der…

19. Mai 2019 Doris Schöni

Pathologisches Spielen Pathologisches Spielen oder zwanghaftes Spielen, umgangssprachlich auch als Spielsucht bezeichnet, wird durch die Unfähigkeit eines Betroffenen gekennzeichnet, dem Impuls zum Glücksspiel oder Wetten zu widerstehen, auch wenn dies gravierende Folgen im persönlichen, familiären oder beruflichen Umfeld nach sich zu ziehen droht oder diese schon nach sich gezogen hat (vgl. educalingo). Es gibt aber auch eine andere Spielsucht. Es ist kein Gückspiel und keine Wette, und hat auch keine gravierende – ausser dem Zeitaufwand – Folgen. Sie, diese Frau, um die es hier geht, spielt stundenlang Schach am Computer. Oftmals bis zum Morgen. Sie spielt nicht um Geld und…