8. April 2021 Doris Schöni

Adele: Bist du in einem Verein? Adonis: Ja, in mehreren. Adele: Das finde ich schön. Was gefällt dir an den Vereinen? Adonis: Die Zusammengehörigkeit. Das Teamwork. Die Regeln. Freund- und Kameradschaft. Ein Ziel – ein Team. Adele: Das hast du schön gesagt: Ein Ziel – ein Team. Lernst du in Vereinen auch Leute kennen, die dir nicht sympathisch sind? Adonis: Na ja, das kommt eben vor. Das Vereinsziel grenzt natürlich den Personenkreis ein. Aber manchmal, ja manchmal wundere ich mich schon über gewisse Personen. Adele: Warum? Adonis: Weisst du, es gibt Mitglieder, die sind von Natur aus besserwisserisch und stur….

7. April 2021 Doris Schöni 2Comment

Angelika: Bist du in einem Verein? Adrian: Ja, in mehreren. Angelika: Warum? Adrian: Ja, was soll ich sagen? Alle Schweizer befinden sich in Vereinen. Angelika: Warum? Adrian: Frag nicht so blöd. So ist es einfach. Angelika: Aber es muss doch einen Grund dafür geben. Adrian: Ja, weisst du. Es ist wie im Militär. Man lernt Leute kennen. Es gibt einen gemeinsamen Zweck. Regeln sind verbindlich und müssen eingehalten werden … Angelika: Braucht der Mensch Regeln? Adrian: Ohne Regeln würde Chaos herrschen. Angelika: Ja und? Adrian: Chaos ist Unordnung, Verbrechen, Zügellosigkeit, falsch verstandene Freiheit, Verantwortungslosigkeit. Stell dir vor, jeder macht, was…

5. April 2021 Doris Schöni

Wie jung war ich, als ich mir Jean-Paul Sartres Zitat „L’enfer, c’est les autres“ als Lebensmotto auswählte? Die Jahre troffen an mir herab, das Motto blieb. Erst später untermauerte die lateinische Sentenz „Homo homini lupus“ („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus (ca 254-184 v. Chr.) diese Überzeugung. Es ist anzunehmen, dass ein Ereignis die Tendenz zur Menschenbefremdlichkeit vorbereitete: Ich war fünf Jahre alt, stolze Besitzerin eines Vollgummiballes von hässlicher Farbe, dem ersten Gummiball nach dem 2. Weltkrieg. Auf die Bitte meiner älteren Schwester, den Ball mit in die Schule zu nehmen, ging ich widerstrebend…

29. März 2021 Doris Schöni

Rassismus – ein unerschöpfliches Thema. Dass Rassismus nicht mit der Hautfarbe in Verbindung steht, beweist Prof.em. für alte  Geschichte Egon Flaig mit einem fundierten Artikel in der NZZ vom 27. März 2021. Ob des Menschen Hautfarbe weiss (rosa), beige, braun, schwarz, gelblich oder rot ist bestimmt das Klima. Einmal mehr zählen bei der Färbung nicht hunderte, sondern Millionen von Jahren. In der  griechischen Antike findet sich die Lehre, wonach zwischen bestimmten menschlichen Ethien in wesentlichen Hinsichten intellektuell und moralisch eine tiefe Ungleichheit von Natur besteht, schreibt Egon Flaig. Und: Die Lehre vom Sklaven von Natur blieb in der Antike marginalisiert;…

27. März 2021 Doris Schöni

Mir träumte, oder ich schien zu träumen: Horror Tod hatte mich ereilt. Und zwar in der Gestalt des Sensemanns aus Niklaus Manuels Totentanz in der landsknechtischen Kleidung des ausgehenden 15. Jahrhunderts. Vom Leben in den Traum in den Tod und in eine riesige, helle Halle umgeben von einem Infinity Pool mit dem Anschein, das Wasser würde im Nichts oder in der Unendlichkeit verschwinden. Ich war noch immer ich oder ich, die ich dachte, zu sein. Die riesige Halle wurde getragen von korinthische Säulen, deren Kapitelle mit Akanthus umgeben waren. In kleinen Grüppchen unterhielten sich Menschen. Die Stimmung in der Halle…

24. März 2021 Doris Schöni

Es ist seltsam: Die Gewalt in Familien hat zugenommen, psychiatrische Praxen werden überrannt, die Menschen in der Schweiz leiden unter den von Virologen empfohlenen Einschränkungen durch die Corona-Epidemie. Die Jungen müssen auf Parties verzichten, die Älteren auf Stammtische, beiden Kategorien ist es versagt, sich in einem Sportklub zu betätigen. Jung und alt vermissen den Kontakt zu anderen Menschen, Familien beklagen fast prophetisch das Ende der Sippschaft Kultur. Und wenn man durchs Land wandert, fällt auf, dass jedermann mit jedermann das Gespräch sucht. Vor der Epidemie versteckte sich männiglich hinter dem Handy, den anderen Menschen abgewandt. Während Jahrzehnten hatte man Kinder…

22. März 2021 Doris Schöni

Fairness lernt der Mensch beim Betreiben von Spitzensport. Dazu ist zu bedenken, dass es fairere und unfairere Sportarten gibt.  Sonderbarerweise sind unfairere Sportarten beim Publikum beliebter. Sie übernehmen dabei die Funktion einer Projektion: Der Mensch delegiert seine Unfairness und ist sich deren nicht bewusst. Aber was ist eigentlich Fairness? Sie ist ein ungeschriebenes Gesetz, und ungeschriebene Gesetze sind per se leichter anwendbar als aufgezwungene. Übergeordnet bedeutet Fairness, andere Menschen so zu behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Fairness gebietet Respekt, Respekt vor dem „Gegner“, dem Gegenspieler. Im Sport heisst das, den „Gegner“ nicht zu unterschätzen, denn auch ein schwächerer…

18. März 2021 Doris Schöni

Es wird vermutet, dass der Satz Teile und Herrsche (lateinisch: divide et impera) von dem französischen König Ludwig XI. (1461-1483) stammt. Manche Historiker sprechen ihn auch Julius Cäsar (100 v. Chr.-44 v. Chr.) zu. Der Ausspruch soll deutlich machen, dass man seine Gegner durch das Säen von Zwist schwächen und gegeneinander ausspielen kann, um sie zu besiegen und über sie zu bestimmen. „Teile und herrsche“ – mit dieser Taktik eroberte Rom ein Weltreich. „Divide et impera“, „Diviser et règner“, „Teile und herrsche“: Alle drei Sprachen drücken ein und dasselbe aus: Nämlich Zwietracht säen, also Vertrauen unterminieren, um auf Basis dieser…

17. März 2021 Doris Schöni

Aus unerklärlichen Gründen hatten wir uns eine lange Zeit nicht mehr gesehen. Ausgerechnet am 94. Geburtstag seiner Schwiegermutter und meiner Freundin erschien er – und ich erschrak zutiefst. Er war er und er war nicht er. Ein wackliges, schmales, völlig bleiches Männchen, mit grossen Augen, die verängstigt blickten, stand mir gegenüber. Wir witzelten wie eh und je, seine Sprache war langsam geworden, langsam und schleppend. Während wir standen berichtete er mir in Stichworten von seinen letzten gesundheitlichen Unbillen. Der Schwiegersohn meiner 94-jährigen Freundin ist ein Wiedergeborener. Als sein Herz immer schlechter funktionierte mit bald 70 Jahren, wagte ein Universitätsspital eine…

16. März 2021 Doris Schöni

Unter den Nicht-Blogschreibern gibt es 13 verschiedene Kategorien. Kategorie: Schreibmuffel. Kategorie: Unfähigkeit, sich schriftlich auszudrücken. Kategorie: Unbehagen gegenüber allem Schriftlichen. Kategorie: Angst, sich zu exponieren. Kategorie: Angst vor Kritik. Kategorie: Angst, sich lächerlich zu machen. Kategorie: Weder Ursachen noch Themen für Blogs. Kategorie: Gleichgültigkeit, Gelassenheit, Glaube Kategorie: Ungeübt im Schreiben. Kategorie: Mangel an Fantasie. Kategorie: Vorliebe für praktische Tätigkeiten. Kategorie: Nicht imstande, Geschichten zu schreiben, die von einer vermeintlichen Wahrheit abweichen. Kategorie: Keine Leichtigkeit des Schreibens. Seien es Blogs, Tagebücher, Artikel, Leserbriefe, E-Mails, etc.: Schreiben ist eine Art Läuterung. Es ist ein sich Freischreiben. Schreiben könnte nachhaltiger sein als jede…