Und es wurde wieder ausgiebig geböllert. Bereits am Morgen, Nachmittag und Abend. Lediglich ab ungefähr 2 Uhr morgens ist wieder Stille eingekehrt. Da liegen die Ottos Jedermann im Schlaf mit hoffentlich dröhnenden Ohren. Sie haben es wieder einmal gezeigt, was so richtig krachen soll an des Schweizers (künstlichem) 1. August.
Im Nahen Osten lieben es die Menschen, seien es Muslims, Christen, Maroniten, Drusen und all die übrigen Gemeinschaften, es richtig krachen zu lassen. Sie drücken damit Freude und Kummer aus. Es sind aber nicht Raketen, die sie in den Himmel jagen, sondern Gewehrkugeln. Gewehre mit richtiger Munition. Die Zeitungen berichten an den folgenden Tagen von Menschen, die durch „balles perdues“ ihr Leben lassen mussten. Das Stakkato von Raketen und Gewehren tönen ähnlich. Es ist möglicherweise nur eine Frage der Zeit, bis die Angehörigen der Schweizer Armee am 1. August zum Gewehr greifen, das ist allemal billiger als die Krachware aus dem Warenhaus.
Zur jährlichen Einführung des Schweizer Nationalfeiertags kam es erst 1899, als der Bundesrat, nicht zuletzt auf Drängen von Auslandschweizerkolonien – sie freuen sich über den in den Botschaften gestifteten Weisswein – die Kantone aufforderte, jeweils am Abend des 1. August die Glocken läuten zu lassen. Zu weiteren, zentralen Bestandteilen des künstlichen Geburtstags gesellten sich ein offenes Feuer und eine Ansprache; später kamen Lampions und in immer stärkerem Mass auch Feuerwerke in Mode.
Die Hunde hecheln noch immer. Und die Katzen haben sich irgendwo verkrochen.