… sterblich zu sei .
Auch jetzt, da ich es erlebe, verdränge ich es. Ich stelle mir nichts vor. Ich bereite mich nicht vor. Ich zähle auf mich, auf meine Natur, meine Konstution, mein Immunsystem. Sie alle haben versagt und dennoch vertraue ich ihnen.
Doch, ich stelle mir vor wie der Krebs an mir knabbert. Er rumort in mir, es vibriert in mir, es krabbelt. Keine Schmerzen, in mir wird gearbeitet. Wertvermehrung. Mein Feind ist so aggressiv wie ich. Am liebsten würde ich es laufen lassen, nichts unternehmen, abwarten. Die Prognose ist jedoch miserabel. Die Frist wird auf sechs Monate geschätzt. Knochenmetastasen. Hätte ich eine Beziehung zum Esoterischen würde ich zu Diäten flüchten, gesund zu leben versuchen, an Homöopathie glauben, Geistheiler aufsuchen, in mich hineinhören, achtsam mit mir umgehen, mich trotz allem lieben, Rücksicht auf mich nehmen, spüren anstatt handeln. Was spüre ich denn noch? Verletzungen, sie entstehen aus Eitelkeit, aus falscher Eigeneinschätzung. Und dann die tiefe Trauer über meine Verluste, meinen Verlust …
Esoterisch geht nicht, da überkommt mich das „fou rire“. Wie wäre es wohl, plötzlich fromm zu werden, an Gott zu glauben, zu beten, zu verehren, die Autorität einer Kirche, d.h. eines Glaubens zu akzeptieren, mich unterzuordnen in Hierarchien, eine unter den Millionen von Gläubigen zu sein, eine Zahl in der Kirchenstatistik, ich, die doch etwas derart Besonderes ist oder bin. Auch das ist keine Lösung für mich.
So bleibt nur der mühsame Weg der Blasenentfernung.