16. September 2021 Doris Schöni 0Comment

Augenblicke der Leere. Die Leere oder das Verstummen zu schildern, ist schwierig, es fühlt sich besser an, wenn die Worte nur so sprudeln. Wenn die Worte kleben und stecken, wenn im Gehirn alles zum Stillstand kommt, wenn die Ideen erliegen, könnte man ebenso gut oder schlecht tot sein, oder wünschte, tot zu sein. Man fürchtet, dass die Worte für immer versiegt sind, wähnt, zu verblöden.

In solchen Augenblicken versucht man, Luft einzufangen, indem man die Hand bei grosser Geschwindigkeit aus dem Auto dem Fahrtwind entgegenhält, das Handgelenk strauchelt, die Luft entweicht, sie kann nicht bewahrt werden. Luftleere. Stellt sich nun die Resignation ein? Ist Leere Resignation oder bewirkt Resignation Leere? Und wie entleert man Leere?

Geschichten erfinden, um der Leere zu entkommen. Aber auch sie bleiben stecken oder bleiben auf der Strecke. Sie plumpsen zwar in die Luft, die man ja nicht festhalten kann. Leere Geschichten. Man beginnt, sein Gehirn zu hinterfragen, zu verhöhnen, zu entsorgen. Ein Gehirn, das keine Geschichten mehr produziert, ist überflüssig geworden. Die Leere ist aber auch Ruhe, Gelassenheit, Gleichgültigkeit. Selbst der Kummer und das Leid haben sich davongeschlichen.

Leere, Luftleere, Leere.

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