Klimakatastrophen gab es schon immer. Im späten 14. Jahrhundert ereignete sich eine Dürreperiode mit Hungersnot und Krieg, welche die vorher bedeutende Stadt Mayapan im Yucatan zerstörte.
Bereits im 9. Jahrhundert hatten die Maya damit begonnen, ihre bevölkerungsreichen Städte im Regenwald mit den dort herrschenden Gottkönigen zu verlassen. Die damals herrschenden Klimaveränderungen führten zu Kriegen zwischen den Stadtstaaten, die Nahrungsunsicherheit, soziale Unruhen und durch die Dürre bedingte Migration verschärften die innerpolitischen Spannungen.
Die Stadt Mayapan, umschlossen von einer insgesamt 9,1 Kilometer langen Mauer, wuchs ab dem Jahr 1100, mit Höhepunkten der Bevölkerungsdichte um 1200 und 1350. Danach schrumpfte die Bevölkerung und war um 1450 nur noch sehr gering. Dabei lebten einst bis zu 20’000 Menschen in Mayapan, sie pflegten Obstgärten, bauten Mais an oder betrieben Handsel. Der Untergang von Mayapan war von einer lang anhaltenden Dürre mitverursacht worden. Sie führte nicht nur zu Hunger, sondern verschärfte die politischen Konflikte, die gewalttätige Auseinandersetzungen nach sich zogen. In zwei Gräbern aus dem späten 14. Jahrhundert fanden sich Überreste von zahlreichen Menschen, die eines gewaltsamen Todes gestorben und zusammen mit zerschmetterter Keramik begraben worden waren. Zum Teil waren ihre Knochen zerhackt und verbrannt worden. Die Forscher interpretieren sie als Opfer von Konflikten zwischen politischen Gruppierungen. Ähnliche Spuren fanden sie in einem weiteren Grab aus der Zeit nach 1400. Der Zusammenbruch der Institutionen steht mit Dürre und Konflikten innerhalb der Stadt im Zusammenhang, schreiben die Wissenschaftler. Das gesellschaftliche System sei aufgrund der starken Abhängigkeit des Maisanbaus von Niederschlägen anfällig gewesen. Es gab demnach kaum Möglichkeiten zur Bewässerung und auch keine grösseren Lager für das Getreide. Widerstreitende Interessen der politisch führenden Familien hätten die Probleme verschärft.
Im Norden von Yucatan ist das Land flach und heiss und nur mit eriner kargen Vegetation bewachsen. Oberflächengewässer finden sich nur in Form von Cenoten -ehemals unterirdische Höhlen, die eingebrochen sind und sich mit Wasser füllten. Bekannt ist, dass die Maya auf ihrem ehemaligen Siedlungsgebiet, einst im grossen Stil Wälder rodeten.