15. November 2018 Doris Schöni 0Comment

Cinedome: Schön und leer

Abgesehen von Blockbusters sind auch „wertvolle“ Filme im Gümliger Cinedome zu sehen. Also nichts wie los: für die Einwohner der Gemeinde Muri b. Bern ist der kurze Weg ins neue Grosskino ein Privileg. Vor dem Film ein Besuch im Hamburger-Restaurant „Hans im Glück“. Das Restaurant ist ziemlich voll. Vor lauter Birkenstämmen sieht man die leeren Tische nicht. Die Bedienung ist sehr effizient. Die Hamburger jedoch sind miserabel. Lauwarm, zäh, grobkörnig und der Käse ist noch roh. Die auf dem Tisch aufgestellten Saucen entsprechen einem faden Einheitsgeschmack à la mode einer Restaurant-Kette. „Hans im Glück“? Einmal und nie wieder.

Der Bau des Cinedomes ist grosszügig und die Holzausstattung sehr geschmackvoll. Störend für Ästheten sind lediglich die monumentalen Statuen von Blockbuster-Darstellern. Der „wertvolle“ Film läuft in einem der 10 Kinosäle. Die Zahl der anwesenden Personen beschränkt sich auf 6. Für die Besucher ist ein derart leeres Kino ein Genuss. Aber ob das wirtschaftlich ist?

Nach dem Film ist das riesige Gebäude menschenleer. In der „Sportbar“, in der (lediglich) für Fussball- und Eishockeyfans wichtige Spiele gezeigt werden, dümpelt die Bedienung arbeitslos herum. „Hans im Glück“ ist ebenfalls entleert. In den grossen Hallen und langen Gängen herrscht Totenstille.

Fazit: Grossartige, geschmackvolle Architektur ohne Inhalt.

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