5. November 2020 Doris Schöni 0Comment

“ … keiner Fliege etwas zuleide tun“. Und ob. Diese kleinen Fliegen drangsalieren mich, sie stechen erbarmungslos. Es juckt perfid. Sie sind schnell, blitzschnell. Totschlagen lassen sie sich nicht. Man muss zu chemischen Waffen greifen.

Seit einer geraumen Zeit werde ich dauernd gestochen und keine Mücke zeigte sich weit und breit. Dann überraschte mich eine kleine Fliege mit einem Biss oder Stich. Dieser war ziemlich schmerzhaft und anhaltend. Ich kratzte mich blutig und erfolglos.Was unternimmt der heutige Mensch in einer auswegslos erscheindenden Situation? Er googelt. Und erschrickt.

„Der Wadenstecher: Der Wadenstecher, Wadenbeisser bzw. die Gemeine Stechfliege oder Brennfliege ist eine Fliege aus der Familie der echten Fliegen. Sie sehen unscheinbar und harmlos aus, doch auch Fliegen stechen zu. Bremsen und Wadenstecher etwa gehören zu den Stechfliegen, die Tiere und Menschen beissen, um ihr Blut zu saugen. Auch sie können die gefährlichen Borrelien, sowie andere Viren und Erreger übertragen“.
Während ich sämtliche juckenden Stellen nach Rötungen untersuche, verüben drei der kleinen Biester einen Sturzflug auf mich. Sie jagen sich um sich danach an mir zu erlaben – nicht an meinen Waden, sondern an meinen Händen. Gegen zwei von ihnen kann ich mich erwehren, die dritte beisst jedoch in den Hals. Ich versuche, sie tot zu schlagen, während sie sich an meinem Hals gütlich tut, doch sie ist schneller als ich. Fieberhaft kratze ich die kleine Erhöhung auf in der  Hoffnung, dass sich Borrelien, Viren und Erreger nicht mit meinem Blut vermischen.
Wie Welpen verfolgen mich die Blutsauger von Zimmer zu Zimmer, von Etage zu Etage, nicht aber in den Keller, denn dort ist es kalt. Als sie mich im Schlafzimmer als Landebahn missbrauchen, reisst meine Geduld. Ich eile in den Raum mit den Putzmitteln und ähnlichem, ergreife eine Spraydose, dessen Inhalt den Tod von Insekten verspricht, eile zurück ins Schlafzimmer und lösche das Licht. Die Dose in der Hand warte ich auf erneute Angriffe. Nichts geschieht. Die Dose legt sich neben mich. Ich erwache verstört: Fünf Wadenbeisser oder -stecher kreisen über mir. Blitzschnell behändige ich die Spraydose und sprühe, sprühe und sprühe. Die Fliegen verschwinden erst, als ich von einem Hustenanfall hin und zurück geschüttelt werde.

 

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