Altersgelassenheit? Die stellt sich bei mir nicht ein. Mein angstvoller Noch-Hausarzt würde in seinem Demenzwahn wohl behaupten, es sei ein Zeichen von Demenz sich über so vieles aufzuregen. Ruhe in meinem Innern (?) verschafft mir lediglich die Musik von Antonio Vivaldi, sie ist harmonisch und friedlich, sie versöhnt. Warum zum Beispiel rege ich mich schändlich auf über eine Homepage, die Personalpronomen benützt und im Stil einer Pfadizeitung daher kommt. Warum sind Laien nicht fähig, sachliche Mitteilungen zu schreiben? Was treibt sie zur Anbiederung mit einfach denkenden Menschen? Anstatt mich zu distanzieren und zu erklären, für solche Elaborate verscherble ich meinen Namen nicht, belehre ich unter dem Protest von gleichgesinnten Personalpronomenbefürworter den armen Mann, der ja nur das Beste will. Dass das meistens das Schlechteste ist, wird ausser acht gelassen. Es ist doch letztlich sinnlos, gegen einen Mainstream anzukämpfen, da es einfacher ist, im Mainstream mit- und nicht dagegen zu schwimmen. Gegen Anspruchslosigkeit gibt es kein Rezept. Heutzutage muss doch einfach die Kasse stimmen. Punkt. Absatz.
Ahnungslosigkeit scheint eine Qualität zu sein. Gelassenheit ebenfalls. Nichts wissen. Nichts sehen. Zustimmung. Ausser dem eigenen Ego gibt es nur das grosse Nichts und Nichtswissenwollen. Solche Menschen brauchen keinen Vivaldi. Nur Bumbum.