9. November 2021 Doris Schöni 0Comment

Innerhalb von wenigen Jahren ist die ganze Welt grün geworden. Die Umwelt steht auf der höchsten Prioritätsstufe. Die Klimajugend drängt auf Meinungsumschwung. Sie klagt die älteren Generationen an, schuld an der Klimaveränderung zu sein. Endlich engagiert sich die Jugend wieder.

Alle Schweizer Parteien, mit einer Ausnahme, bekennen sich zum Klimaschutz. Sie sind damt einverstanden, den CO2–Ausstoss bis 2030 massiv zu reduzieren. Alle brüsten sich damit, umweltfreundlich zu sein. Wenige sind jedoch bereit, auf ihre Benzinautos zu verzichten. Sobald des Schweizers Portemonnaie betroffen ist, regt sich Widerstand gegen die Einbussen von persönlichem Komfort. Die Lippenbekenntnisse sind Legion.

Jede Firma, jeder Weltkonzern ist punkto Umweltschutz zu Kreuze der Klimajugend gekrochen. Man hat sich vom Plastik, dem man jahrzehnelang gefrönt und die Weltmeere damit verseucht hat, abgewandt. Man ersetzt Plastik durch Plastik, indem man es recyclet. Plastik ist eben Plastik, und  die wenigsten Konsumenten entsorgen diese Plastikflaschen im Einkaufszentrum, sondern befördern sie ungeniert in den Kehrrichtkübel.

Der Moderatur von von „Real Time“ Bill Maher gehört zu den wenigen Menschen, der Greta Thunberg nicht für den Kopf der Klimajugend hält: „Du bist vielleicht das Gewissen jener Generation, aber du repräsentierst sie nicht.“ Der Moderator fährt fort: „Greta, du hast 14 Millionen Follower auf Instagram, was grossartig ist. Aber Kylie Jenner hat 279 Millionen …“. Kylie Jenner ist eine Influencerin. Sie pflegt einen Lebensstil, der das komplette Gegenteil von emissionsfrei sei. „Und die jüngeren Generationen lieben es: Letzte Woche hat Kylie zur Video-Tour durch ihren Schuhschrank geladen, in dem weit über 1000 Paare stehen. Ausserdem hat sie ganze Räume voller Kleidung, die sie nur einmal getragen hat“, schiebt Bill Maher nach.

Die Diskrepanz zwischen Konsum und Anspruch sei atemberaubend, so der Moderatur. „Junge Leute sind derart von Marken besessen, dass ehrbare Modemarken wie Balenciaga nicht mehr Couture an reiche Frauen verkaufen, sondern Teenagern Baseball-Caps. Und wo bekommt eine Mittzwanzigerin 400 Dollar für eine Mütze her? Natürlich von Mami und Papi, den grossen Arschlöchern, die den Planeten ruinieren. Oder durch den Handel mit Bitcoin, deren Förderung schlechter für die Umwelt ist als echte Förderanlagen. Kryptowährungen verbrauchen mehr Energie als Netflix, Apple, Facebook, Microsoft und Google zusammen“. 94 Prozent der entsprechenden Käufer kämen aus der Gruppe der Generation Z oder der Millennials. Und weiter: „Doch wie Bitcoin tragen auch Smartphones zu den CO2-Emissionen bei, weil die Cloud natürlich echt keine Wolke ist, sondern ein riesiges Netzwerk von Servern, die Energie verbrauchen. Und das ganze Liken, Folgen und Anmelden verbraucht viel fossile Energie. Wenn Kylies Lifestyle uncool und unbeliebt wird, wenn ihr aufhört, Bitcoin zu lieben und aufhört zu denken, es sei harmlos, das Gesicht aufzuspritzen, nehme ich euch ernst. Aber bis dahin: Stoppt das Gelaber über die Älteren, die den Planeten zerstört haben.“

Ähnlich wie die Nachahmerei älterer Mitbürger, besonders Eltern, der Jugendsprache („cool, geil, huere, mega, pommes, krass, tschüss“, etc.) springen viele Erwachsene auf die Umweltwelle, um sich bei der Jugend anzubiedern. Sie werden grün, wählen grün, aber schimpfen wie die Rohrspatzen über aufgehobene Parkplätze … .

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