Wo ist meine Selbstachtung geblieben? Ich lasse mich veräppeln, ausnützen, ich bin ein Paria (das Wort „Paria“ ist seit dem 17. Jahrhundert in europäischen Sprachen bekannt. Nach Arendt ist das jüdische Volk ein Pariavolk. Die Juden lebten vor dem 20. Jahrhundert ausserhalb der Gesellschaft, waren nicht integriert. Im 19. und 20. Jahrhundert assi-milierten sich fast alle Juden im westlichen Europa, wurden aber trotzdem von der Gesellschaft nicht als ebenbürtig anerkannt. Der Paria ist nach Hanna Arendt ein Mensch, der wegen seines Andersseins zum Aussenseiter gemacht und von der Gesellschaft verachtet wird).
Weil ich mich nicht dem Mainstream unterwerfe, mich nicht nach unten nivellieren lasse, mich gegen eine rohe Sprache und eben derselben Mentalität wehre, werde ich aufs Übelste ungerecht behandelt. Und zwar von Mitmenschen, deren Intelligenz eigentlich über einen Gerechtigkeitssinn verfügen müssten. Die Gründe, derart ungerecht zu sein, durchschaue ich, aber wehe, ich benenne sie.
Selber schuld. Dank einer aufwändigen, aber recht gut honorierten und in diesem Fall geschätzten Arbeit, werde ich mich von den ungerechten Menschen abwenden können. Ob mir, der conne und connasse, das gelingen wird?
Fraglich.