In Zürich wurde eine Expertengruppe nominiert, um abzuklären, ob die Mohrenstrasse umgetauft werden müsse. Eine solche Dummhaftigkeit ist in einer Stadt wie Zürich unwürdig.
Anti-rassistische Eiferer drängen darauf, die deutsche Sprache von (vermeintlich) rassistischen Ausdrücken zu „säubern“. So rückt das Subjektiv „Mohr“ immer wieder ins Kreuzfeuer von geschichtlich ignoranten Sprachpuristen. Dass der „Mohr“ in früheren Epochen keine negative Konnotation aufwies, ist längst bekannt. Als Beispiel dient die „Zunft zum Mohren“, die im 13. Jahrhundert im Bern gegründet wurde und deren Namen nun von unbedarften sprachlichen Reinemachern nach acht Jahrhunderten Kontinuität vom Rassismus – von dem kann in diesem Fall wirklich keine Rede sein – befreit werden, also einen neuen Namen bekommen, muss.
Im Übrigen hätten die fehlgeleiteten Anti-Rassisten alle Hände voll zu tun, müssten sie die Weltliteratur nach rassistischen Aussprüchen durchforsten. Wer erinnert sich nicht des Satzes „Der Mohr hat seine Pflicht getan, der Mohr kann gehen“ in Friedrich Schillers Drama „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“?
Hand aufs Herz: Wie borniert, ja philiströs, müssen Menschen sein, die keinen Unterschied zwischen alten, überlieferten Namen und aus der heutigen Zeit stammenden Ausdrücken erkennen können? In ihrem Anti-Rassismus sind sie rassistischer als die ebenso sturen – aber authentischeren – Gestrigen, die von Negern sprechen und … von Mohrenköpfen, wobei diese Süssigkeit eine Übersetzung des französischen Tête de Nègre und im Jahr 1892 in Leipzig erstmals belegt ist. Mohrenkopf, ein alter Ausdruck, den es zu erhalten gilt. So wie alle alten, überlieferten, mündlichen und schriftlichen Mohrereien … .