14. Oktober 2020 Doris Schöni 0Comment

Die Medien berichten, dass die Corona-Epidemie zu vermehrten Hunde-Anschaffungen führt. Ob es darum geht, Hunde als Trost oder als Spaziergelegenheit zu erwerben, ist irrelevant. Sollten Sie zum ersten Mal die Gemeinschaft eines Hundes suchen, so wägen Sie sorgsam ab, ob dieser Entschluss in Ihr Leben passt.

Hunde sind so verschieden wie Hundebesitzer. Es gibt schwierige und problemlose Hunde, dies hängt von ihrer Rasse und den ersten Monate nach ihrer Geburt ab. Welpen, die im Familienverband mit Geschwistern aufwachsen und von hundeliebenden Menschen betreut werden, sind meistens leicht zu erziehende Hunde. Jene, die als Welpe und Kleinhund Gewalt von Menschen erfahren, brauchen viel Zeit und Zuwendung, um Menschen zu vertrauen. Strassenhunde werden wohl ein Leben lang ihre Unabhängigkeit benötigen und ihre eigenen Wege gehen.

Unter Hundebesitzern steht das Verb „folgen“ (gehorchen) an der Spitze ihres Hundevokabulars. Folgen sollen sie, ihre Hunde. Die Autoritärsten von ihnen wünschen sich dressierte Hunde. Wie Soldaten in autoritären Regimes werden sie gequält, damit sie sich nach dem Drill aggressiv verhalten. Der Hund widerspiegelt seinen „Meister“, ist sozusagen sein verlängerter Arm. Wer seinem Hund Angst einflösst, wird sich nicht eines fröhlichen Wesens erfreuen. Nicht nur Männer wünschen sich einen dressierten Hund. An einer öffentlichen Aufführung von „Dog Dancing“ fiel eine ältliche, gimmig aussehende Frau auf, die ihren Labrador herumkommandierte. Als sie an die Reihe kam, die Musik ertönte, sie mit ihrem Hund tanzen wollte, riss der Labrador aus und kam trotz des Geschreis der Frau nicht wieder.

Seinen Hund anzuschreien ist ebenso absurd wie ein Kind anzuschreien – beide hören ausgezeichnet. Um die Aufmerksamkeit des Hundes zu erregen, sollte man mit ihm ganz leise sprechen und leise seinen Wunsch äussern. Auf diese Art folgt der Hund der Weisung und führt sie aus. Bei der Hundeerziehung geht es eigentlich nur darum, den Hund vor Gefahren zu schützen. Er muss lernen, nicht einfach auf die von Autos befahrenen Strassen zu springen, weder Katzen noch Pferde zu jagen, draussen nichts vom Boden zu fressen, mit Artgenossen friedlich umzugehen und in der Küche nichts zu stehlen.

Was der Hund unbedingt braucht, sind Zuwendung und Lob. Damit wird Ihr Hund Ihr treuster und ehrlichster Freund sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert