4. September 2022 Doris Schöni 0Comment

Der Mann schrieb er doch, sei ein Vielschreiber, er hat eine Charakter-Schrift (was all dies heissen mag), schreibt recht gut und orthografisch einwandfrei und immer mit grüner Tinte, aber seine Unterschrift ist unleserlich und er verwendet verschiedene Initialen, und weiss offensichtlich alles, oder vieles von mir (von wem?).

In seinem zweiten, zweiseitigen Brief (mit einigen Zeitungsausschnitten) duzt er mich, was mich besonders ärgert, denn wie kommt er dazu, mich einfach zu duzen? Es ist eine Unverschämtheit zu duzen, ohne seine Identität aufzudecken. Bei seinen Kommentaren zu den Zeitungsausschnitten benützt er mitunter die Fäkaliensprache.

Er begann, mir handschriftliche Briefe mit der Post zu schicken, nachdem ein Leserbrief von mir im BUND erschienen war über die Klimaveränderung. Ich vertrat dabei die Auffassung, bei der Klimaveränderung dürfe man nicht mit hundert, sondern mit Tausenden, wenn nicht sogar Millionen von Jahren rechnen. Dagegen hat er protestiert, nicht etwa mit einem Gegenleserbrief, dazu ist er zu feige und müsste sich identifizieren. Er findet es anmassend von mir, ETH-Professoren zu widersprechen, da hat er nicht unrecht.

Einem weiteren Leserbrief über Antisemitismus, hat er halbwegs zugestimmt. Er mutet sich im Übrigen zu, mir politisch die folgende Etikette anzuhängen: „Du scheinst mir auch ziemlich konservativ zu sein (rechts von der Mitte) und hast wohl wenig Verständnis für meine Gedanken“? Er wirft mir ein „grosses Mitteilungsbedürfnis“ (Projektion!) vor und kritisiert, dass ich meinen „Senf“ noch nicht abgegeben habe zum Thema der Sanierung des Fussgängerwegs vom Parkplatz Wehrliau zum Muribad.

.Vielleicht sollte ich ihm vorschlagen – wenn ich ihm antworten würde – eine anarchistische Partei in Muri zu gründen? Rechts von der Mitte, dass ich nicht lache. Meine ursprüngliche Sympathie für die SP ist mir während meiner vierzehnjährigen Anwesenheit im Muriger Parlament abhanden gekommen. Diese ständige Zwängerei für sichere Schulwege, „all-gender“-Toiletten und unentgeltliche Abgabe von Tampons und Binden in Schulen und öffentlichen Gebäuden der Gemeinde. Eine anarchistische Partei könnte bei wichtigeren Themen wie zum Beispiel der Chancengleichheit in den Schulen (ohne die Kategorisierung von bildungsnahen und -fernen Eltern), beitragen, die gescheitert ist. Oder die Abschaffung der Polizei – mündige Bürger brauchen keine „Ordnungs“hüter.

Und ja, mein Mitteilungsbedürfnis ist immmens, es gäbe noch so vieles mitzuteilen, das niemand wissen will. „All-gender“-Toiletten, während der Rassismus noch immer grassiert? Viele jungen Leute kennen den Namen von Lionel Messi oder Madonna, nicht aber den Begriff „Holocaust“ oder den Namen von „Adolf Hitler“. Finden Sie nicht auch, Herr Stalker, es sei ein Skandal, dass der französischen Sprache und deren Kultur ein Grab geschaufelt wurde um es durch approximatives Englisch zu ersetzen? Möglicherweise wären Sie und ich übereinstimmend und einig fast überall – übrigens, lieben Sie Hunde? – in einem anarchistischen im Einklang?

Benützen Sie doch bei Ihrem nächsten Brief rote Tinte.

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