Hans ist ein Pechvogel. Am Abend vor seiner Hochzeit verlässt ihn seine Braut. Sie sagt – unschweizerisch – „tschüss, ich verreise nach Kuba und heirate einen Schwimmlehrer“. Für Hans, den Bauern, bricht die Welt – seine – in Stücke. „Warum tust du mir das an?“ fragt er, lässt sie gehen, hält sie nicht zurück und weint bitterlich. Dann setzt er sich nieder und sinnt auf Rache. Seine Vorstellungskraft ist nicht besonders gross, doch er sieht das Flugzeug abstürzen und lichterloh brennen. Auf dem Trümmerfeld liegt seine fast-Gattin – in Stücke gerissen – als ob sie gevierteilt worden wäre.
Entsetzt über seine Gräuel-Fantasie – Hans ist ein durch und durch ehrlicher und seriöser Landwirt, Mitlied der SVP, Kirchgänger, Posaunist in der Dorfmusik und Präsident der Hornusser-Gesellschaft – lenkt Hans sich ab und geht den Kuhstall ausmisten. In seiner Fantasie sieht er seine abtrünnige nicht-mehr-Braut am Flugplatz von Havanna, dem Aeropuerto Internacional José Martí, wie sie sich in die Arme eines gorilla-mässigen Mannes stürzt, der fragt, bevor er sie küsst, „hast du das Geld für ein Taxi?“, Frage, die sie bejaht und die beiden danach eng umschlungen die Flugplatzhalle verlassen. Wutentbrannt stösst er die Gabel in seinen eigenen linken Fuss, schreit auf, rutscht auf dem glitschigen Stallboden aus und fällt kopfvoran in einen Haufen Kuhfladen. Er ist über und über vom Kuhdung verschmiert, sein angestochener Fuss schmerzt und er hört seinen Knecht kichern. Mit letzter Kraft entkleidet er sich im Stall und flüchtet in seine Behausung.
Auf dem Küchentisch liegt der „Hinkende Bote“ und stinkend, wie er ist, giesst er Bätzi in ein Glas und beginnt zu lesen. In der Kurzgeschichte geht es um einen ehrbaren Bauern, dessen Braut einen Tag vor der Hochzeit nach Kuba fliegt, um einen einheimischen Schwimmlehrer zu ehelichen. Die Geschichte verwirrt Hans, den Unglücklichen. „Ist es möglich“, wundert er sich, „dass einem anderen dasselbe geschieht?“ Für Hans ist alles, was geschrieben und veröffentlicht wird, wahr. Seine Welt ist ein Abbild der Welt um ihn herum, er ist unfähig, zu abstrahieren. Vom Bätzi beduselt schläft er auf der Küchenbank ein, erst die sonntäglichen Kirchenglocken wecken ihn auf.
Mit wirrem Geist taucht er in seiner verschmutzten Unterkleidung in das eiskalte Wasser des Brunnens vor dem Haus. Völlig nackt rennt er bibbernd ins Haus, zieht das Sonntagsgewand über und eilt in die Predigt. Er setzt sich auf seinen Kirchenstuhl und als er sachte in den Schlaf gleitet, holt ihn die Stimme des Pfarrers in die Wirklichkeit zurück. Der Pfarrer erzählt die Geschichte einer Frau, die einen Tag vor ihrer Hochzeit ihren Bräutigam verlässt, nach Kuba fliegt, um einen gorilla-mässigen Schwimmlehrer zu ehelichen. Er stützt sich dabei auf eine Geschichte im Johannesevangelium mit Jesus und einer Frau, die man „vieler Sünden beschuldigte“. Jesus sprach zu den sie anschwärzenden Pharisäern: „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“. Die Frau belehte er: „Ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr!“
Hans, der Unglückliche, schluchzt laut und venehmlich. Die Augen des Pfarrers und der Kirchgänger ruhen auf Hans. Die Gemeinde beginnt, zu tuscheln, der Pfarrer steigt von der Kanzel und begibt sich zu Hans: „Kann ich dir helfen?“ Verstockt schüttelt Hans den Kopf. „Wo ist denn eigentlich Anna?“ erkundigt sich der Pfarrer. „Weg“, flüstert der unglückliche Hans. Der Pfarrer: „Wie weg?“ Hans: „Weg. Nach Kuba. Zu einem einheimischen Schwimmlehrer.“ Der Pfarrer: „Oje“ und eilt zur Kanzel: „Lasset uns beten“.
Hans wirft – symbolisch – keinen ersten und auch keinen fünften Stein. Und wie das Leben so spielt, verlobt er sich einige Monate später mit der Serviertochter Annalena. Bis einen Tag vor der Hochzeit lebt Hans im Glück, aber dann … .