28. Mai 2019 Doris Schöni 0Comment

Grün – besonders auf der politischen Ebene – ist populär geworden. Endlich hat die Jugend wieder einen Grund zum Protestieren und Demonstrieren. Den Anstoss dazu gab Greta Thunberg, sie kennt man inzwischen auf der ganzen Welt. Die ernste, junge Schwedin mit zwei Zöpfen, auch verächtlich «Öko-Pippi» genannt, kämpft an wichtigen Symposien für die Umwelt.

Ein grosser Teil der heutigen Schweizer Jugend ist angepasst, politisch korrekt, vereint in einem riesigen Netz von Social Medias, ständig mit dem Handy beschäftigt, unentwegt darauf erpicht, jeder und jedem jede Kleinigkeit per phone mitzuteilen. Nun hat sie eine sogenannte Ikone entdeckt, um sich in der Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen. Dass sie die Schule schwänzt wie ihre Ikone ist eine angenehme Begleiterscheinung, zeugt aber nicht gerade von Innovation. Warum wehrt sich diese Jugend nicht gegen den Vormarsch von Rechtspopulisten? Ja, das wäre kein Hype (Hype zu Deutsch: Welle oberflächlicher Begeisterung) und heutzutage ist ein Hype wichtiger als alle Geschichtsbücher der Welt.

Aber ist sich diese Jugend bewusst, dass für ihre Handy-Manie immer neue Antennen errichtet (Beispiel 5G), weil die neuesten Handys, die sie besitzen „müssen“, elektronisch stetig anspruchsvoller werden? Ignorieren sie diese Tatsache oder wird sie bewusst ausgeschaltet? Und wie steht es mit ihrer Reisetätigkeit? Buchen sie nicht seelenruhig einen Flug zu einem Konzert, einer Party, einem Jungegesellenabschied oder einfach zum Shoppen? Easy Jet ist ja billiger als jede Eisenbahnfahrt, beim Geld und Fun ist der Umweltschutz vergessen. Sollte eine oder einer doch ein etwas schlechtes Gewissen dabei verspüren, können sie sich am Samstag bei der Umweltdemonstration ja wieder rein-demonstrieren. Im 16. Jahrhundert gab es ihn bereits, den Ablasshandel.

Und da sich eben fast die ganze Welt für die Umwelt einsetzt, die Umwelt-Welle die Politiker – viele davon predigen Wasser, aber trinken Wein – jeder Couleur erfasst hat, ist die Jugend dankbar auf den bereits ratternden Zug gesprungen. „Honi soit qui mal y pense“ wäre das entsprechende Sprichwort zu dieser oberflächlichen Begeisterung.

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