21. November 2022 Doris Schöni 0Comment

Als Gewohnheit wird eine unter gleichartigen Bedingungen entwickelte Reaktionsweise bezeichnet, die durch Wiederholung stereotypisiert wurde und bei gleichartigen Situationsbedingungen wie automatisch nach demselben Reaktionsschema ausgeführt wird, wenn sie nicht bewusst vermieden oder unterdrückt wird. Es gibt Gewohnheiten des Fühlens, Denkens und Verhaltens.

Hirn- und Verhaltensforschung

Die moderne Hirnforschung vermutet, dass bei der menschlichen Entwicklung im ersten Lebensjahrzehnt und dabei wiederum in dessen erster Hälfte besonders günstige neurobiologische Bedingungen für elementare Lernvorgänge bestehen, mit der Folge, dass sich in diesen Lebensjahren Gewohnheiten besonders leicht und schnell ausbilden.

Stark ausgeprägte oder starre Denk- und Verhaltensgewohnheiten können für die Kreativität abträglich sein und zu einem eingefahrenen, mehr oder weniger gedankenlosen Reagieren führen. Zudem erfordert gewohnheitsmässiges Reagieren wegen seines reflexartigen Ablaufs wenig Aufmerksamkeit. Ausgeprägtes gewohnheitsmässiges Reagieren kann daher zu höhergradiger selektiver Aufmerksamkeit führen und darüber zu gewohnheitsmässiger Unaufmerksamkeit, deretwegen wiederum ein gewohnheitsmässiges Reagieren weiter gefördert wird.

In spielerischen Zusammenhängen oder absichtlich, also bewusst gelernte, insbesondere in Schule und Lehre gezielt ewingeübt Verhaltensweisen werden dagegen wie alle nützlichen Gewohnheiten (z. B. in der Muttersprache reden zu können) selbst bei grösster Routine als Fähigkeiten oder – vor allem bei grösserer Geschicklichkeit dabei – auch als Fertigkeit bezeichnet.

Von einer Gewohnheit zu unterscheiden ist die Gewöhnung oder Habiutation. Damit ist das Phänomen gemeint, dass ein Individuum auf einen wiederholt erlebten Reiz zunehmend geringere oder im Extremfall gar keine Reaktionen mehr zeigt. Man spricht in derartigen Fällen auch von Desensibilisierung. Sie lässt sich in Form einer systematischen Desensibilisierung auch gezielt nutzen; bei Menschen muss sie allerdings meist auch bewusste Einstellungsänderungen miteinschliessen.

Eine neue und positive Gewohnheit zu entwickeln ist möglich trotz alten Gewohnheiten, Bequemlichkeiten und Frustration. Das Erfolgsrezept sind die kleinsten Aktivitäten oder Verhaltensweisen. Man nennt sie auch Mini-Gewohnheiten, die den Menschen so wenig abverlangen, dass man gerne mal mehr tut. (Wikipedia)

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Gewohnheiten sind überlebensnotwendig. Ohne sie wäre unser Gehirn mit der Komplexität dieser Welt überfordert. Gewohnheiten sind erlernte Muster, die sich über Jahre hinweg einschleifen und im Gehirn festigen, je öfter wir ihnen nachgehen. Viele von ihnen wurden in der Kindheit erlernt und bestimmen unseren Alltag noch heute. Verhaltensgewohnheiten lassen sich schneller erkennen und ändern, z.B. der Griff zur Zigarette, wenn wir gestresst sind. Unsere Gedanken- und Gefühlsgewohnheiten, sogenannte „Mental Habits“ dagegen sind schwerer zu identifizieren, weil sie im Verborgenen ablaufen. Die meisten unserer Entscheidungen und Gedanken basieren nicht auf sorgfältigem Abwägen. Durch ständiges rationales Denken würde unser Gehirn zu viel Energie verbrauchen. Die gute Nachricht ist aber, dass wir uns neue Gewohnheiten aneignen und alte ablegen bzw. ersetzen können.

Der Mensch ist in der Lage, eine abgelegte Gewohnheit durch eine neue auszutauschen. Er ist sehr kreativ im Erfinden neuer Gewohnheiten, als ob er dringend auf sie angewiesen wäre. Ändert sich seine Lebenslage, so ändern sich auch seine Gewohnheiten.

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