30. September 2019 Doris Schöni 0Comment

Es gibt kein anderes Thema mehr als den Umweltschutz und die Co2-Verschmutzung. Und einmal mehr wollen alle davon profitieren: Politik, Handel, Gewerbe, Technik und natürlich die Jungen, die endlich wieder einmal auf sich aufmerksam machen und protestieren können. Da kommt so ein unbedarftes, 15-jähriges, bezopftes  Mädchen und bringt selbst die Mitglieder der Vereinten Nationen (trotz Aircondition) zum Schwitzen. Und gleichzeitig jubelt man in Doha den Leichtathleten zu, die in einem Stadion um Siege kämpfen, in dem die Temperatur mit einer riesigen Menge an Co2-Ausstoss geregelt werden muss. Warum vergibt man die Leichtathletik-WM an ein solches Land? Es geht einmal mehr wieder um Geld und Handelsbeziehungen. Wie ist eine solche Heuchelei zu ertragen? Junge protestieren und fliegen für irgend ein Bum-Bum-Konzert nach New York. Oder zum Polterabend nach Amsterdam. Hat sich je einer gefragt, welchen Ausstoss die Konstruktion von Gretas Segelschiff benötigt hat? Und ist es nicht pervers, dass in Bern ein Elekro-Autorennen – um  Umweltfreundlichkeit zu dokumentieren – durchgeführt wurde, das ohne die gegen hundert mit dem entsprechenden Material beladenen Lastwagen gescheitert wäre?

Das Reisen ist in den letzten 30-40 Jahren demokratischer geworden. Aber leider reisen die wenigsten, um sich zu bilden – weiter zu bilden – oder um ihren Horizont zu erweitern. Ohne eine Ahnung von einem Land zu haben, ohne dessen Sprache auch annähernd zu beherrschen, ohne sich auf eine neue Kultur, Religion, Vergangenheit oder Kulinarik – man denke nur an Thailands Restaurants, die Eisbein und die deutsche Sportschau anbieten – einzustellen. Man will Fun und Bier. Und Hamburger mit „Pommes“.

Umweltschutz in Ehren. Es gibt aber nicht nur die Umweltverschmutzung. Die Verschmutzung der Sprache, die Vernachlässigung der Bildung, die krankhafte Handy-Manie, das Desinteresse an der Geschichte (auch die Schweizer waren Auswanderer), auch jener, die erst 80 Jahre alt ist, die Verachtung für die alten Menschen, die Dialektwelle, die Idiolatrie zu Musikstars und Fussballern, wiegen viel schwerer als der Umweltschutz. Es ist aber kopflastiger, sich mit solchen Themen zu befassen, da der Umweltschutz nicht von jenen, die ihn fordern, verursacht worden ist. Ist es denn nicht viel aufwändiger, sich selbst in Frage zu stellen? Haben nicht die Eltern, die Schulen und die Politik versagt?

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