19. Juni 2018 Doris Schöni 0Comment

Im Seniorenweb, Ausg. 370/1.6.2028, schreibt Joseph Auchter im Artikel „Das Dilemma um König Fussball“ (über die Fussball-WM): „24 Mannschaften, darunter die Schweiz, träumen vom Heldenthron – oder zumindest davon, ehrenhaft abzuschneiden.  „Fussball ist Krieg mit anderen Mitteln“ ist ein geflügelten Wort, das auch auf die Fussball-Terminologie verweist: Das Vokabular ist eindeutig militärischer Herkunft. Laut Wikipedia wird da „geschossen, gebombt, der Gegner taktisch ausgetrickst, die Verteidigung überrannt, werden Angriffsstrategien entwickelt. Vokabeln wie „stürmen“, „schiessen“, „ballern“, „bomben“, „eine Granate abfeuern“, „Angriff“, „Verteidigung“, „Frontbildung“, „Verteidigungsring“ nähern sich in der Tat der Kriegsrhetorik an und erwecken vor allem bei pazifistisch denkenden oder von den Kriegsgräueln traumatisierten Menschen intuitiv Abwehrgefühle“.

Ist das Wort „Helden“ nicht auch kriegerisch angehaucht? Zuckt man nicht automatisch zusammen, wenn es im Sport um „Helden“ geht, Helden im Sport: Eine schlimme Profanierung jedes anderen Helden. Eine relativ neue Bezeichnung in den Medien für einen guten Fussballer ist „Krieger“. Fussball ist also kein Sport, sondern Krieg. Das bedeutet, dass der Krieg banalisiert und der Fussball  militarisiert wird. Warum all diese Begriffe verwendet werden, scheint niemand zu interessieren. Entweder ist der Mensch von heute derart abgebrüht, dass er es nicht einmal merkt, dass die kriegerische Terminologie im Fussball auf dem Vormarsch ist. Oder aber ist die Sprache heute so überflüssig gemacht worden, dass der Mann von der Strasse die Bedeutung der Substantive und Adjektive kaum mehr kennt.

Die kriegerische Terminologie im Fussball deutet auf eine männliche Denkweise hin. Also ist Fussball eine männliche Sportart. Fussballfans verehren männliche Fussballstars. Der Frauenfussball wird von diesen Fans belächelt und verspottet. Wohl weil er noch ein Spiel und kein Krieg ist?

 

 

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