14. November 2021 Doris Schöni 0Comment

WM-Qualiikationsspiel zwischen der Schweiz und Italien. Fängt schon wieder mit einigen Schweizern an, welche bei der Hymne nicht mitsingen. Die Italiener hingegen singen lauthals. Und kennen den Text der Hymne. Trotzdem ist man für die Schweiz.

Die Schweiz vollbringt das erste Goal. Euphorie. Danach wird es zum Sterben langweilig.  Italien gleicht aus. Gegen-Euphorie vor der Pause. In dieser wird die ganze erste Halbzeit erläutert von zwei erprobte Fussballexperten. Jede Spielphase wird analysiert. Jede Aktion  wird durchgekaut. Mit vollem Ernst. Bierernst. Erwachsene Mannen. Hey, es geht doch um ein Spiel. Langeweile bis zum Abwinken.

Sie spielen wieder.  Rennen und rennen. Köpfeln und köpfeln. Der italienische Goalie ist arbeitslos. Könnte ebensogut auf einem Stuhl ein Buch lesen. Hin und Her. Der Ball wechselt von Rot zu Blau und von Blau zu Rot. Gähnen. Die Schlachtenbummler gröhlen Ansporn. Nützt nichts. Rennen, Sisyphus spielt mit. Ungeduldige Trainer. Der Rasen ächzt. Sommer streckt sich. Die ständig wechselnden Reklamen im Hintergrund des Geschehens nerven. Fiat, Fiat, Fiat. Übersetzt: „Es geschehe“. Aber nichts geschieht .Ausser: müde Spieler raus und frische Spieler rein. Die Italiener haben italienische Namen, die Schweizer bunte. Endresultat: Eins zu Eins. Kommentar in einem Schweizer Medium: „Italien von der Schweiz niedergetrampelt“.

Mit diesem Unsinn könnte man das todlangweilige Geschehen belassen. Doch: weit gefehlt. Auf TV Schweiz 2 beineln  die zwei ausgewiesene Fussballexperten stundenlang jede Aktion oder Nicht-Aktion aus. Schweizer Fussballer werden interviewt. Leider. Viele „Ähs“ und „Mms“. Ein Trauerspiel. Und die Diskussionen – nein, keine Diskussionen, die beiden Experten sind sich ja einig – rund ums Spiel. Das langweilige. Aus lauter Überdruss über die Monotonie des Spiels und die Kommentare beginnen die Frauen, die Fussballstars ästhetisch zu beurteilen: „Krumme Beine“. „Sinnliche Unterlippe“. „Hässliches, zerdrücktes Gesicht“. „Zu lange Nase“.  „Kleinwüchsig“. „Ensetzliches Tatoo“, „Nazi-Frisur“. Jetzt erst wird es spannend. Und noch einmal Thomas Gsella: „Kein guter Mensch muss Schlechtes gucken“.

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