28. Januar 2020 Doris Schöni 0Comment

… die Hygienefanatiker auf der einen und die Lebensmittelwiederverwerter auf der anderen Seite. Weltweite Lebensmittelvorschriften zwingen zum Beispiel Fluggesellschaften, selbst noch originalverpackte Brötchen und Butter und Konfitüre und Streichkäse sowie unangetastete Mahlzeiten und versiegelte Salatsaucen der Vernichtung zuzuführen. Das lässt jene Menschen verzweifeln, die einfach Hunger haben, Hygiene hin oder her. Zu früheren Zeiten kamen wenigstens noch die Schweine in den Genuss von übriggelassenen Firstclass-Spezialitäten, bis man auch sie vor der Gefahr, unhygienisch zu fressen, bewahrte.

Die weltweite Hygiene-Mafia verbietet Restaurants unter Androhung der Schliessung, gekochte Speisen am nächten Tag – selbst im Winter – zum zweiten Mal anzubieten. Die Resten müssen vernichtet werden. Während ein Restaurantbetreiber die „Altlasten“ entsorgt, kommt plötzlich eine jüngere Frau mit zwei Kindern vorbei, stoppt und ruft: „Stopp“.  „Stopp, was?“ fragt der verdutzte Restaurantbetreiber. „Nicht wegwerfen“, haucht die Frau. „Was wegwerfen“, wundert sich der Mann. „Die Lebensmittel, die darf man doch nicht einfach vergeuden“. „Ha“, sagt der Mann, „ist Vorschrift“. „Widersetzen Sie sich doch einfach dieser Vorschrift“, moniert die Frau. „Widersetzen“, höhnt der Betreiben, „dann schliesst die Behörde meine Beiz“. „Und wer ist diese Behörde?“ bohrt die Frau. Mit verschwörerischer Miene flüstert er ihr einen Namen zu.

So kommt es, dass sich die Lebensmittelwiederverwerterin und die Hygienefanatikerin auf neutralem Boden treffen. Und damit fängt die Geschichte erst an … .

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