22. Oktober 2022 Doris Schöni 0Comment

Im Kanton Bern ist ein Streit um das „Früh“-Französisch ausgebrochen. Es wird argumentiert, das „Früh“-Französisch sei ein Flop und es soll abgeschafft werden. Offenbar beherrschen die Schülerinnen und Schüler die welsche Sprache mit „Früh“-Französisch nach Beendigung der Schule nicht besser als jene, die erst in der fünften Klasse damit begonnen haben.

Warum beginnt man eigentlich nicht in der ersten Klasse mit dem französischen Fremdesprache-Unterricht? Wegen der Schülerinnen und Schüler, die zu Hause bereits eine fremde Sprache sprechen, die also zuerst Deutsch richtig lernen müssen? Warum schont man die Kinder dermassen, anstatt sie zu fördern?

Anders als im Englischen, das sich vor allem digital, technisch und in der Musik behauptet, öffnet der Französischunterricht ein Tor zur geisteswissenschaftlichen Bildung. Man wolle sich in der dritten Klasse spielerisch an die französische Sprache herantasten. Ist das nichrt etwas zu spät, sind Drittklässler nicht bereits vom Französischunterricht abgeschreckt worden? Viele Eltern und Lehrer haben keine Affinität mehr zum Französischen, für sie ist es die Sprache der Intellektuellen, wobei Intellekt heutzutage zu einem Schimpfwort verkommen ist.

Frage: warum passt sich der Unterricht immer den schwächsten Schülerinnen und Schülern an, warum wird nach unten nivelliert anstatt nach oben? Stimmt noch immer, was der Rektor eines Gymnasiums vor 60 Jahren plädierte: „Wir brauchen keine intelligenten Schüler, wir brauchen tüchtige“?

Leider ist es nur begüterten Eltern möglich, ihre Sprösslinge in eine private Schule zu schicken, in der sie motiviert und gefördert werden.

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