Der 1. August ist ein Knalltag bzw. eine Knallnacht. Gestandene Familienväter knallen mit anderen gestandenen Familienvätern um die Wette. Dass es dabei Leidende gibt, scheint für diese Knaller irrelevant zu sein.
Die Leidenden sind die Tiere. Vögel, Rehe, Füchse, ja sogar die Mäuse erschrecken, wenn es wolkenzerreissend immer und immer wieder kracht. Unmittelbar betroffen sind Hunde und Katzen. Vielleicht haben die Feuernden schon einmal davon gehört, dass sich das Gehör der Heimtiere durch zwei wesentliche Fähigkeiten im Vergleich zum Gehör des Menschen unterscheidet. Vierbeiner hören Frequenzbereiche bzw. Tonhöhen, die das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmen kann. Der Mensch nimmt dabei Geräusche von rund 20 bis 20.000 Schwingungen pro Sekunde (Hz) wahr. Beim Hund fällt dieser Wert höher aus. Dieser beläuft sich auf ca. 15 bis 50.000 Schwingungen pro Sekunde (Hz).
Viele Hundebesitzer fliehen vor dem 1. August und dessen Geräuschpegel ins Ausland oder an einen Ort, wo weder Feuerwerk noch Privatfeuerwerker am Werk sind. Feuerwerk wäre wunderschön, würde es geräuschlos in den Himmel steigen. Soviel Vernunft und Schönheitssinn gehen aber an Otto Jedermann vorbei. Diesen Ottos ist es völlig schnuppe, ob verängstigte Hunde und Katzen panikartig flüchten, sich in fremden oder eigenen Kellern verstecken, zittern, hecheln und leiden. Warum sie sich am Zischen, Ballern und krampfartigem Explodieren erfreuen, gehört ins Wissensgebiet von Psychiatern.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum vor allem männliche Exponenten die 1. August-Knallerei lustig finden?