24. September 2018 Doris Schöni 0Comment

Fabian Christl will die BUND-Leser beschwichtigen, die sich gegen gegen Ursula Wyss‘ apodiktischen Parkplatzabbau zur – bis jetzt lediglich in verbaler Form – Wehr setzen. Ein Beispiel illustriert die gemeinderätliche Anspornung zu rücksichtslosem Zweiradfahren: Auf dem Aareweg zwischen Muribadparkplatz und Fähribeizli, auf dem eigentlich das Radfahren verboten ist (in Muri ist die Kantonspolizei non-stopp unterwegs, aber auf diesem Aareweg nie anwesend) pedalt Papa mit rekordverdächtiger Geschwindigkeit an der Spitze, gefolgt von seiner Gattin und zwei bis drei Kindern, die dem Papa nacheifern. Stellt man sich ihnen in den Weg und bittet sie, etwas langsamer zu fahren wegen der vielen Hunde, kreischt die Frau: „Die Hunde gehören an die Leine“.

In Muri besteht keine Leinenpflicht für Hunde, aber das scheint der Radlerin, wohl in einem Quartier in Bern wohnend, nicht bekannt zu sein. Es gibt aber x andere Beispiele, zum Beispiel jenes, in dem ein Velofahrer, der auf der Autospur fährt, die Faust auf die Kühlerhaube des Autofahrers, der vorbeikommen möchte, knallt und dazu eine obszöne Geste inszeniert.

Kein Anlass zum „heiligen Krieg“? Was denn sonst?

Ja, es gibt zu viele Autos, dies zeigen die Staus jeden Abend zur selben Zeit zwischen dem Grauholz und Rubigen (aber eigentlich auf fast allen Autobahnen). Er wären weniger, würden die Arbeitenden nicht alle zur gleichen Zeit unterwegs sein. Es wären ebenfalls weniger, wenn keine Autos mehr geleast würden.

Aber: Den „heiligen Krieg“ zwischen Velo- und Autofahrer entfacht Ursula Wyss mit ihrem Abscheu vor Autos, den sie politisch geschickt einsetzt. Die Zeit ist reif für mehr Umweltschutz. Viele Menschen geraten in Panik angesichts der Schreckensmeldungen über schmelzende Gletscher, Ozon-Loch und Co2-Immissionen. Um mit ihrer Angst leben zu können, brauchen sie Sündenböcke, nämlich die Autofahrer (und nicht etwa die Ölheizungen). Und mit dem Segen der Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün verhalten sich die Velofahrenden auf den Strassen wie Elefanten im Porzellanladen

P.S. Ein Schreckenszenario: Letzthin, so berichtete auch der BUND, radelte eine ältere Dame mit ihrem E-Bike vergnügt auf einer Autobahn. Das wäre vielleicht ein Denkanstoss für Ursula Wyss, demnächst die Autobahn zu einem Velodrome umzufunktionieren?

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