26. September 2022 Doris Schöni 0Comment

Die Massentierhaltung ist ein Produktionssystem, in welchem die Grundbedürfnisse der Tiere in praktisch allen Belangen missachtet werden.

Das Nein-Kommite schrieb: Der geforderte Bio-Standard in der Tierhaltung ist mit hohen Mehrkosten in der Produktion verbunden. Tierische Lebensmittel würden sich je nach Produkt um 20 bis 40 Prozent verteuern und das Portemonnaie der Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten mit rund 1800 Franken im Jahr zusätzlich belasten. Weil sich das nicht alle leisten können oder wollen, würde der Einkaufstourismus angekurbelt.

Hühnern, Schweinen und Rindern ist der Ausgang verwehrt. Sie vegetieren wie Sardinen eingekerkert und gelangweilt. Bauernverbandspräsident Markus Ritter warnte eindrücklich vor den Konsequenzen bei der Annahme der Initiative, und wiederholte unablässig, die Schweiz verfüge über das strengste Tiergesetz der ganzen Welt. Wenn das Angus Beef-Filet bei Denner etwa die Hälfte von Schweinsplätzli beim Dorfmetzger kostet, so stürzen sich die Kunden aufs Bovinenfleisch. Rotes Fleisch, so argumentierte man vor 50 Jahren im Spitzensport, gebe Kraft und Ausdauer und vielleicht auch den Killerinstinkt. In jenen Jahren war Rindfleisch ein Statussymbol und heute? Jeder, der kein Vegetarier und erst recht kein Veganer ist, kann sich beim Fleischverzehr einschränken. Die Extreme sind beträchtlich: die einen wollen preisgünstiges Fleisch, die anderen vegane Güetzis. Ohne die „gute, alte“ Zeit zu bemühen, die ja so gut nicht war, sei daran erinnert, dass man vor sechzig Jahren vielleicht zweimal pro Woche Fleisch ass, den Sonntagsbraten und das Suppenhun vom Sonntag inbegriffen.

Geiz hat die Schweiz ergriffen. Sparen wurde und wird derart panisch eingehämmert, dass der daraus entstanxdene Geiz dazu führt, dass Hühner, Schweine und Rinder in Sardinenbüchsen gehalten werden, weder im Gras picken, sich nicht in einer Kuhle suhlen und als jung keine Freudensprünge vollführen können.

Die Initiative wurde abgelehnt.

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