5. Dezember 2021 Doris Schöni 0Comment

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass bei jüngeren Schweizerinnen und Schweizern jedes dritte Wort Englisch ist?  Viele dieser Schweizerinnen krähen „Oh my Gooooood ….“, während ihre Kollegen keinen Satz ohne das Adjektiv „cool“ hervorbringen.

In englischsprachigen Ländern lacht man über das „Swinglish“ der Schweizer, die Worte und Sätze äussern, die für englische Muttersprachler keinen Sinn ergeben. Beispiele: Das Handy, Give someone a shooting, Mobbing, Rowdy, etc.

Ein Witzbold schrieb: „Man könnte sagen, alle (Schweizer) sprächen ein schlechtes Englisch recht gut …“. Menschen in Ländern mit verschiedenen Sprachen haben die Tendenz, Englisch als „lingua franca“ zu benützen. Englisch wird von gemischt sprachlichen Gruppe als die am besten verstandene und akzeptierte Sprache angesehen, wohl auch, weil keiner von ihnen englischsprachig ist.

Bis in die Mitte der 80er Jahre war der Französisch-Unterricht die erste Fremdsprache in den Schulen der  deutschen Schweiz. Danach setzte der IT-Einfluss ein und jedermann begann, sich mit Computern zu beschäftigen. Damit setzte sich die englische Terminologie auch in der deutschen Sprache durch, zum Beispiel Web-Browser, Email, Cookie, surfen, chatten. Englisch, hauptsächlich gesprochenes Englisch, ist einfach erreichbar durch YouTube, Netflix, soziale Medien, etc., junge Leute waren von der englischen Sprache derart berieselt worden, dass sie unwissentlich ein beträchtliches englisches Vokabular aufgehäuft haben.

Ob in der deutschen oder französischen Schweiz, viele Schülerinnen und Schüler gaben dem Unterricht in der ersten Fremdsprache die Schuld, Englisch vorgezogen zu haben. Im Kanton Zürich stimmten die die Bürger im Jahr 2017 für Englisch als erste Fremdsprache. Der Röstigraben wird mit Englisch zugeschüttet, im Militär und in Grossfirmen sprechen Deutsch- und Französischsprachige Englisch zusammen.

Im Alten Bern waren die Menschen zweisprachig (Deutsch-Französisch) und in Kultur und Mode völlig auf Paris ausgerichtet. Schleichend verdrängte die englische Sprache das Französisch, das früher als die „lingua franca“ galt. Den jungen Menschen wurde eingetrichert, dass Englisch leichter als Französisch zu lernen sei. Das trifft nur zu, wenn Swinglish anstatt Englisch gelernt wird.

Warum eigentlich spielt man die beiden Sprachen gegeneinander aus? Die beste Lösung wäre doch, sich beide Sprachen anzueignen. Und ist es im Übrigen nicht erstaunlich, dass die rechte Politik, die sich so sehr bemüht, eigenständig zu bleiben, diese sprachlichen Kolonialisierung protestlos hinnimmt?

 

 

 

 

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