9. März 2023 Doris Schöni 0Comment

Dieser Titel eines Theaterstückes von William Shakespeare, das vermutlich zwischen 1601 und 1603 entstanden ist, könnte für die folgende Geschichte treffender nicht sein. 

Es geht um eine Katze, besser: einen Kater. Seit etwa einer Woche habe ich ihn bei mir aufgenommen; völlig abgemagert schlich oder rannte er ums Haus, kratzte an der Verandatür mit solch einer Inbrunst, dass ich es nicht übers Herz brachte, die Katze, den Kater abzuweisen. Da er riesigen Hunger hatte, besorgte ich Katzenfutter und stellte auch ein Wassergefäss für ihn auf den Boden. Er war erschreckend mager, und sein Schwanz zuckte eigentümlich. Er verlangte mehrmals im Tag Futter; nahm sichtbar an Gewicht zu. Er hielt sich selten dort auf, wo ich mich aufhielt, als ich ihn einmal streichelte, biss er in meine Hand. Ich schrie ihn an, meine Erfahrungen mit Katzenbissen sind ja nicht die besten.  Weil er sich weigerte, aus dem Haus zu gehen, wenn ich das Haus verliess, blieb er oftmals einige Stunden allein im Haus. Ich bemerkte danach, dass er wohl während meiner Abwesenheit in Not geriet und meine Badewanne als Toilette benützte, was ja eigentlich sehr überdacht war, aber sehr mühsam zum Putzen. Jedesmal, wenn ich den Kater mit einer List vor die Tür setzte, brach es mir das Herz (

Nun das gute Ende: Ein Bekannter sandte mir in einem Mail die Vermisstenmeldung einer Frau aus dem Liebefeld für einen Kater namens Baschi, der seit genau einem Monat vermisst wird. Ich rief die Frau an, da es mir nicht gelang, ihr Handyfotos zu schicken, und ich nicht wusste, ob ihm (vorher für mich eine sie) ein vorderer Reisszahn fehlte, entschloss sich ihre Familie, zu mir zu kommen. Ich führte das Ehepaar und ihre Tochter ins Atelier, in dem sich die Katze aufhielt. Der erste der nun folgenden Teile war eine herbe Enttäuschung. Der Kater Baschi vollführte keine Freudensprünge und auch die Familie verhielt sich zaudernd. „Ist es Baschi, oder nicht“? Man bat die Frau, die Schnauze des Katers zu öffnen. Sie wagte es nach langem Zögern. Die Tochter – eine Handyfoto öffnend – war sich des Katers sicher. Auch das Ehepaar war zunehmend überzeugt, dass die Katze Baschi ist. Als es der Frau gelang, Baschis Schnauze zu entsperren, wurde die Zahnlücke sichtbar. Man holte eine Transportkiste, hob den Kater hinein, schloss den Deckel und alle stiessen einen Seufzer der Erleichterung aus. 

Ende gut.

 

 

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