Das Konstrukt des 1. August (1891 offiziell festgelegt) als Nationalfeiertag der Schweiz beschert der Tier- und auch Menschenwelt mehr Grauen als Freude. Bereits am 31. Juli und auch am Nachmittag des 1. August rennen Hunde und Katzen in Panik in die Häuser und unter Tische und Stühle, weil einige Knallköpfe es für nötig halten, ihre Kracher loszulassen.
Fehlt es diesen Knallern denn an Fantasie sich die Angst vorzustellen, welche nicht nur Hunde und Katzen, sondern vor allem auch Vögel in einen grossen Stress versetzt? Am Abend vergnügen sich Familienväter als Möchtegern-Krieger, indem sie ohrenbetäubende Raketen in den Himmel befördern – nicht achtend, dass sich ihr Nachwuchs die Ohren zuhält. Von allen Seiten knallt, kracht und heult es – eine Lärmorgie ohnegleichen und den ach so wichtig gewordenen Umweltschutz Lügen strafend.
Wie lautet wohl das Psychogramm der Knallenden? Der Knallenden in Männlichkeitsform. Es ist anzunehmen, dass Frauen eher keine Knallköpfe sind. Die 1. August-Ballerei ist Männersache.
Liebe Doris
Ich kann Dir in allem nur zustimmen, doch was dagegen tun? Heute morgen, als ich zur Aare ging, traf ich die wunderschönen Kühe mit ihren Kälbern auf der Weide. Was für ein schönes Bild, quasi eine Momentaufnahme. Denn auch diese Tiere, zwar gut gehalten und sicher für einige Momente glücklich, gehen ihrem traurigen Schicksal entgegen. Da knallte es plötzlich und ich musste Azor sehr beruhigen. Da kam mir etwas in den Sinn: Knaller, Böller wie man sie auch nennt, müssen sich dolle verstehen mit Kriegern einerseits, abgeschwächt mit Tierproduzenten, Schlächtern und Metzgern. Ich denke, es gibt kaum solche Männer, die das Knallen nicht lieben. Also deutlicher Hinweis auf die Herkunft: Krieg, Zerstörung, Machtdemonstration und deshalb hasse ich sie.
Auch die Musik ist ja aggressiv geworden und so hat jede Zeit ihre Musik, ihre (blöden) Feste. Und es fehlt Ruhe, Friede und Friedlichkeit, Liebe und Verständnis etc. Nichts Neues, aber es darf gesagt sein.