Die Sendung „Einstein“ auf srf 1 befasste sich am Donnerstagabend mit dem Thema Wut. Wie mit der eigenen Wut umgehen und fremde Wut abwehren? In der zivilisierten Welt ist man gezwungen, die Wut zu zügeln, sie zu beherrschen, sie zu sublimieren. Nur Kindern erlaubt man zu toben, zu schreien und um sich zu schlagen.
Die Rede war auch von sogenannten „Rage Rooms“, wovon sich ein erster in der Schweiz in Lausanne befindet. Dick gepolstert und mit Helm versehen können wütende Menschen alle im Raum bfindlichen Gegenstände kurz und klein schlagen, zerstören und zerschlagen. Die Wut (meistens Frustrationen) verwandelt sich in Zerstörungswut, körperlich reagiert man sich ab und vergisst die Gründe für die Wut. Das Sprichwort „man schlägt den Sack und meint den Esel“ stammt vom römischen Satiriker Petronius (ca. 14–66 n. Chr.), der schrieb: „Wer den Esel nicht schlagen kann, schlägt den Packsattel“.
Vermutlich würden sich die Menschen heutzutage freundlicher begegnen, wenn sich in jedem Quartier einer Stadt, in jedem Dorf und neben jeder Autobahnstrecke „Rage Rooms“ befänden. Deren Kosten müssten die Krankenkassen übernehmen, da sie im Gegenzug Arzt- und Psychiater-Rechnungen einsparen könnten. Zudem würden Keller und Estriche von Gerümpel befreit. Ob wohl die Murianer einen „Wut-Raum“ nutzen würden, um sich aus der Wut und von und überflüssiig gewordenen Haushaltsgegenständen zu befreien?
Wer verfügt über einen ungenutzten Raum, aus dem ein Rage Room gestaltet werden könnte?