Das Schlaraffenland (von mhd. sluraff = Faulenzer; „Das Land der faulen Affen“; auch Schlarraffenland oder bei Hans Sachs Schlaweraffen Landt bzw. Schlauraffenlandt) ist ein fiktiver Ort aus diversen Märchen, in dem alles im Überfluss vorhanden ist. In den Flussbetten des Schlaraffenlands fliessen Milch, Honig oder Wein statt Wasser..Alle Tiere hüpfen und fliegen bereits vorgegart und mundfertig durch die Luft. Hans Sachs erzählt auch von einem „Berg mit Hirssbrey“. Die Häuser bestehen aus Kuchen. Statt Steinen liegt Käse herum. Geniessen ist die grösste Tugend der Bewohner des Schlaraffenlands, harte Arbeit und Fleiss werden als Sündes betrachtet. Dem Alter wird mit dem Jungbrunnen abgeholfen.
Die Mäusefamilie hat sich im grossen Wald verirrt und steht plötzlich vor dem Schlaraffenland. Um hinein zu gelangen, muss sie sich durch eine dicke Schokoladenkruste fressen. Nach drei Tagen unermüdlichen Schokolade-Vertilgens steht sie vor einem Fluss, in dem der Wein plätschert. Alle Familienmitglieder sind sehr durstig nach dem riesigen Schokoladenverzehr. Sie löschen ihren brennende Durst mit Rotwein. Unverzüglich schlafen sie ein dort, wo sie ihren Durst gestillt haben.
Sie wachen alle zur gleichen Zeit wieder auf. Ihre trockenen Zungen lindern sie mit Ananas- und Mangocrème, die verklebten Augen entkleben sie in einem Milch-Teich. Ihr Hunger auf Süssigkeiten geht einher mit einer unglaublichen Trägheit, die sie erfasst hat. Der Chef der Famlie gibt seinen Posten ab, und zwar an eine Mäusin, eine dicke, sich mit Mühe bewegende Mäusin, die zur Schokolade literweise Pro- Secco säuft. Da sie sich dadurch noch schlechter bewegt, liegt sie am Pro Secco-See, dessen Ufer von Pralinen-Bäumen umsäumt ist. Sie lallt und Praliné-Saft rinnt aus ihrer Schnauze, aber sie ist fröhlich wie nie zuvor und ihr früher diktatorisches Gehabe ist ihr abhanden gekommen.
Der Mäusenachwuchs formt Bälle aus Schokolade, gefüllt mit Pudding. Beim Fussballspiel platzen sie und überschütten den Torwart mit einer hellbraunen Sauce. Die Jungmannschaft zermürbt sich beim Herstellen neuer Bälle; so dass anstatt das Spiel beginnt eine allgemeine Dösrunde eingelegt wird. Die Mäusemütter fiepen hysterisch nach ihren Jungen, wollen verhindern, dass sie zuviele Süssigkeiten vertilgen aus Angst, dass ihnen übel wird. Was sie auch stört, ist das Fehlen jeglich Bestecks, alle Köstlichkeiten müssen mit der Hand oder dem Mund verzehrt werden, so dass der Nachwuchs die mühsam eingetrichterte Erziehung verlustig geht.
Die Mitglieder der Mäusefamilie gehen auf wie Ofenküchlein, an denen sie sich laben. Sie stützen ihre Bäuche mit Krokant-Wägelchen, die nicht sehr stabil sind. Da sie das ständige Fressen ermüdet, legen sie immer wieder Schlafpausen ein, um sich danach wieder gierig Patisserie, gebratene Hühner, Kartoffelstock-Frites und Soufflés au fro-mage oder au chocolat einzuverleiben. Im hintersten Winkel des Wunderlands entdeckt die Mäusefamilie ein Salatbuffet, das völlig verwaist vor sich hin schlummert. Des süssen Geschmacks in ihren Gaumen überdrüssig, fallen sie über das Buffet her, Salatsauce tropft aus ihren Mündern, ihre Pelze sind übersät mit Zwiebel- und Greenpowersprossen, sie haben sich Gurkenscheiben auf den Bauch gelegt, um das Völlegefühl zu mildern. Die früher autoritäre neue Chefin der Mäusefamilie ist im Pro Secco-See ertrunken; mit weit gespreizten Beinen liegt sie auf dem seichten Grund des Wassers. Die Familie verbuddelt sie in einem Meringuehaus und wünscht ihr eine gute Reise zum Schlaraffenland in einer fernen Milchstrasse, in der anstatt Pro Secco echter Champagner fliesst. Der alte Chef wird neuer Chef und kommt allmählich wieder zu Sinnen.
Der Mäuserich spricht zu seiner Familie: „Lasst uns zurückkehren in unsere karge Welt, die uns mehr entspricht als dieser Schokoladenfestival. Wir sind alle fett und träge geworden. Jede uralte und lahme Katze würde uns schnappen. Also, wir stimmen ab.“ Zuerst miauen die Katzen wild durcheinander. In der Abstimmung obliegen die sich zur Rückkehr Bekennenden. Um aus dem Schlaraffenland hinaus zu kommen, gibt es einen Tunnel bar von jedem Essensgeruch. Der Aufmüpfigste der Familie leckt seine Schnurrhaare und seufzt: „Ein Jammer, dieses Paradies zu verlassen“.
Hinter dem Schlaraffenland befindet sich nun ein neues Schlaraffenland, hinter dem ein noch neueres errichtet ist. Wie weit die Katzenfamilie auch geht, besteht die Welt nur noch aus Schlaraffenländern. In diesen sind lediglich Mohrenköpfe anzutreffen, die nicht sprechen, sondern nur Schokolade fressen. Der Chef Mäuserich schart seine Familie um sich und spricht: „Ja, liebe Familie. wenn ich richtig verstanden habe, so besteht das ganze Universum nur noch aus Schlaraffenländern. Stimmen wir ab: wer möchte ins Ur-Schlaraffenland zurück und wer möchte lieber hier bleiben?“ Die Antwort blieb aus. Die Katzenschar hat die neue Schokolade gekostet und ist dabei in tiefen Schlaf gefallen.