20. November 2020 Doris Schöni 0Comment

Auf dem Chutzen (Belpberg) wirtet ein neuer Pächter, in dessen Namen ein „ic“ vorkommt. Er ist nicht mehr ganz jung, behäbig und äusserst liebenswürdig. Ein besonderes Verhältnis pflegt er zu Hunden. Er streichelt sie, bringt ihnen Wasser, das er sporadisch nachgiesst.

Was ihn auszeichnet und ihn von vielen (Deutsch-) Schweizer Beizern abhebt, ist seine Grosszgigkeit. Zu einem Tee oder Kaffee reicht er eine Schale mit Schokolade-Täfelchen, Biscuit und Honig, zudem ein Schüsselchen mit Salzgebäck, das sofort wieder aufgefüllt wird, sobald es leer ist. Auch wenn man bei ihm nicht viel konsumiert, betrachtet er einen als guten Kunden und verzichtet oftmals auf die Bezahlung. Und bevor man den Abstieg unter die Füsse nimmt, reicht er jedem am Tisch einen Honigkirsch.

An regnerischenTagen bleibt das Restaurant leer. Kommen dann zwei Gäste, die einzigen am ganzen Tag, versprüht Herr „ic“ seine Liebenswürdigkeit, lädt ein und vergisst auch den Honigkirsch nicht.

Es gibt Deutschschweizer Restaurants, in denen man sich des Gefühls nicht erwehren kann, besonders willkommen zu sein. Nach einem Abendessen wird einem selten ein unentgeltlicher Kaffee gebracht, geschweige denn eine Leckerei in flüssiger oder fester Form. Zu solch einem Surplus kommt es bestenfalls, wenn etwas am Essen auszusetzen war. In Anlehnung an das deutsche Sprichwort: „Kleine Geschenke erhalten die … Gäste“.

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